Mitgliederversammlung

Der Verein lädt seine Mitglieder für Donnerstag, 1. September 2022, zur jährlichen Mitgliederversammlung ein. Das Treffen beginnt um 19 Uhr in der Schützenhalle Farge, Betonstraße 49. Bereits um 18 Uhr gibt es die Möglichkeit, an einem gemeinsamen Imbiss teilzunehmen. Inhaltlich wird es um das Geschäftsjahr 2021 gehen. Die Teilnehmer werden gebeten, die zum Treffzeitpunkt gültigen Vorschriften in Bezug auf die Corona-Pandemie zu beachten.

Pharaonengrab Nordergründe

Pharaonengrab Nordergründe – Bei der Havarie der Galeasse ‚Gottfried‘ gingen vor zweihundert Jahren unermessliche archäologische Schätze verloren – Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 16. Juni 2022 im Nautilushaus am Museumshaven in Bremen-Vegesack

In der Nacht vom 11. auf den 12. März 1822 tobte vor den Mündungen von Weser und Elbe ein noch nie dagewesener Sturm. Von den Winden gepeitscht und von der See überschüttet, bahnte sich, von Triest kommend, die in Kopenhagen registrierte Galeasse ‚Gottfried‘ ihren Weg durch das Inferno. Unter dem Kommando des Kapitäns Heinrich Jacob Riesbeck gelang es der Besatzung noch, das Weser-Fahrwasser zu passieren. Riesbeck sah als einzige Chance für sein Schiff den Weg aufs offene Meer.
Das Manöver misslingt. Der Sturm hat sich, wie im Nachhinein bekannt wurde, als so stark erwiesen, dass das Wasser der Themse vollständig in die Nordsee gedrückt wurde. In London wurde es dadurch möglich, das Bett des Flusses zu Fuß zu durchqueren. Während die Londoner die freigelegten Altertümer unter ihren Füßen bestaunen, bringen die Artefakte, die sich im Laderaum der ‚Gottfried‘ befinden, Schiff und Besatzung weniger Glück. Die Ladung verrutscht, die schwersten Objekte durchschlagen die Bordwand, das Schiff geht mitsamt seiner Fracht unwiederbringlich verloren.
In den Tagen nach der Havarie, bis in die ersten Frühlingstage hinein, werden am linken Elbufer seltsame Objekte angespült. Sie ähneln auf den ersten Blick menschlichen Körpern, von allerdings höchst eigenartiger Beschaffenheit. Sie sind allesamt in meist in aschgraue, schon in Auflösung begriffene Binden gewickelt. Wo man sie aufspürt, bekreuzigt man sich entweder, oder man ergreift, wie bei allen Hinterlassenschaften größerer Unglücke draußen auf See, von ihnen Besitz.
Bald fällt ein erstes Licht auf das Geschehen, Von der ‚Gottfried‘ wurden, in 97 Kisten verwahrt, ägyptische Altertümer, bestimmt für die Sammlung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III., mit dem Ziel Hamburg befördert. Zusammengestellt hatte die Ladung der aus der Schweiz stammende Abenteurer und Altertumsforscher Freiherr Johann Heinrich Karl Menu von Minutuli. Dessen größte archäologische Leistung: Die Erforschung des Grabs Ramses II. Bei den menschlichen Überresten, die die Bewohner des linken Elbufers 1822 beunruhigten, handelte es sich um ägyptische Mumien.
Auch darüber hinaus barg die verlorene Ladung der ‚Gottfried‘ unermessliche Schätze. Der schwerwiegendste von ihnen: Ein Steinsarkophag, gehauen aus rotem Granit, für dessen Bergung allein 200 Arbeiter drei Monate gebraucht hatten. Beim Scheitern der ‚Gottfried‘ hat dieses in den Nordergründen verschwundene Objekt wahrscheinlich eine herausragende Rolle gespielt.
Wie die ‚Gottfried‘ zu welchen Zwecken in Fahrt gebracht wurde und was zu ihrem Untergang und zum Verlust der mit ihr beförderten Schätze führte, darum geht es bei der Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 16. Juni 2022 Beginn um 19 h im Nautilushaus, Zum Alten Speicher 7 in 28759 Bremen. Präsentation und Moderation: Gerald Sammet

Vegesacker Pappbootregatta 2022

Liebe Fischköppe aus nah & fern!

Die Pappbootregatta ist für den 28. Mai 2022 geplant und wir möchten wissen:
Seid Ihr dabei?
Bekommen wir mindestens 10 Teams zusammen, die Lust und Zeit haben ein Pappboot zu bauen und damit wagemutig im Hafenbecken zu paddeln?
Bei Interesse schickt uns gerne eine PN oder Mail an: Birgit.Benke@t-online.de
Weitere Infos & Tipps zur Unterstützung findet Ihr hier.

Foto: Dorit Schulze

MTV Mitgliederversammlung am 2. September 2021

Bitte beachten:

Für die Teilnahme gilt die 3G-Regel:

geimpft, genesen oder negativ getestet, zu belegen per Nachweis auf dem Handy oder auf Papier.

Sendefertig ab demnächst

 Der Deutsche Amateur Radio Club empfängt in seiner Club-Station auf dem Schlepper REGINA wieder Besucher

Noch wird gewienert, geputzt und geräumt. Selbst auf einem Schiff, das wegen der Pandemie nicht betreten werden konnte und außerdem an Land liegt, sammeln sich Staub und allerlei Hinterlassenschaften. Keine Funksignale, aber von draußen konnte man das Gras wachsen hören. Auch der auf diese Weise entstandenen Wildwuchs hat ausgedient. Schließlich muss die REGINA, wenn die Schulschiff Deutschland in Kürze Vegesack verlässt, fast im Alleingang die Maritime Meile Vegesack an der Weser repräsentieren.

Ab dem 11. Juli 2021, so der Plan, wird dann die DARC-Club-Station auf dem ehemaligen Werftschlepper des Bremer Vulkan wieder allgemein zugänglich sein. Pünktlich um 11 h und danach jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat, fast wie gewohnt. Mit Auflagen, versteht sich, so sind nun mal die Zeiten.

Das bedeutet:         –    Einlass nur mit FFP2- oder medizinischer (OP-) Maske

  • Kein Zutritt für unbegleitete Minderjährige
  • Handdesinfektion (Spender vorhanden)
  • Zeitgleich maximal vier Besucher (eine Familie) an Bord
  • Registrierung über den ausgelegten QR-Code der Gast-

Bremen-App (alternativ: Ausfüllen eines Handzettels)

  • Begleitete Führung im Einbahnstraßen-Verfahren

Wenn alles getan und die mit Sorgfalt erstellte Aufgabenliste abgearbeitet ist, einschließlich der Überprüfung aller technischen Einrichtungen, Geräte und Antennen, darf wieder vorbeigeschaut, nachgefragt und der Umsetzung des Funkbetriebs beigewohnt werden. Der DARC als Betreiber der Station und der MTV Nautilus als Eigner der REGINA freuen sich auf regen Zuspruch und zahlreiche Besucher. Das Team der der Funkstation des DARC auf der REGINA liegt sehr daran, neue Mitstreiter zu gewinnen. Technisches Interesse, Einsatzfreude und ein bisschen Gespür für das, was in der internationalen Kommunikation Funkdisziplin genannt wird: Voraussetzungen, die eigentlich alle erfüllen, die es in die weite Welt hinauszieht. Wofür derzeit ansonsten nur wenige Möglichkeiten bestehen. Die drahtlose Kommunikation verfügt, was das angeht, über ein ganz eigenes Potenzial. Interessenten erwartet ein engagierter, sachkundiger und umgänglicher Verein von ausgewiesenen und langjährig aktiven Enthusiasten.

Ansprechpartner für REGINA und Clubstation: Jens Knorr: email dk0mtr@darc.de / 0172 4107960.

Text Gerald Sammet

,,Vegebüdel“ auf Kurs Bunker Valentin

Die Barkasse Vegebüdel erweitert seine beliebten Sonntags-Törns mit Gästefahrten zum ,,Denkort Bunker Valentin

‚Neben den allgenmeinen Informationen über die maritime Meile ist uns daran gelegen diese kulturelle Stätte unseren Gästen einmal vom Wasser aus zu zeigen und über Entstehung und Geschichte dieses Bauwerks zu berichten ‚ erklären Uwe Köhler und Peter Donde, die als Decksleute der Vegebüdel-Crew an der Realisierung dieser Touren maßgeblich beteiligt waren.
Das Fernziel und Wunsch der Vegebüdel-Crew ist darauf fokussiert entsprechende Sensibilität bei den Kommunen und deren politische Verantwortliche zu generieren wieder einmal über einen Anleger beim ,,Denkort Bunker Valentin“ nach zu denken.
Anmeldungen für die Bunkerfahrten bitte unter Telefonnummer 0421 / 9586786 und unter E-Mail-Adresse vegebuedel@mtv-nautilus.de.

Nächste Fahrten finden statt am 25. Juli und am 8. und 22. August, 16 Uhr ab Anleger an der Signalstation.

Wir freuen uns über die große Nachfrage und bieten im August zusätzliche Fahrten mit der Vegebüdel am:

1. Aug., 15.Aug. und 30.Aug. an.

Anmeldungen bitte wie oben ausgewiesen.

Erfindung der Schiffsschraube

Waldstück mit Zug zum Wasser – Vor 193 Jahren, im Februar 1827, wurde von dem böhmischen Förster Josef Ludvík František Ressel die erste brauchbare Schiffsschraube zum Patent eingereicht – Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 20. Februar 2020 im Nautilushaus am Museumshaven in Bremen-Vegesack

Ein Ding, so sehen es Kritiker und Gegner seiner Erfindung, aus einer anderen Welt. Nicht der ihren, vor allem in den Augen von Schiffseignern, Reedern, Kapitänen und Marinefachleuten in allen der Seefahrt zugetanen Ländern. Noch unterliegt ihr Gewerbe einer technischen Revolution, die dazu führt, dass Dampfschiffe die überkommenen Segelfahrzeuge ins Abseits manövrieren. Die Entwicklung freilich verläuft langsam, weil für den Einsatz von Dampfkraft der Brennstoff Kohle gebraucht wird. Daher handelt es sich bei den ersten Ozeandampfern noch um Hybridfahrzeuge, mit einem Rigg wie traditionelle Segler ausgestattet und mit seitlich oder am Heck mit Dampfkraft betriebenen Schaufelrädern verstärkt.
In dieser Situation erhält ein Forstmann am 11. Februar 1827 in Wien ein Patent auf „die Erfindung eines einer Schraube ohne Ende gleichenden Rades, welches 1) im Wasser von irgendeiner äußeren Triebkraft in Bewegung gesetzt, zum Fortziehen der Schiffe auf dem Meere, auf Seen, und selbst auf Flüssen, dann 2) bey Schiffe und Windmühlen, als Triebrad anwendbar sey.“ Seine geniale Idee wird aus diesem Josef Ludvík František Ressel, geboren 1793 in der böhmischen Textilstadt Chrudim, keinen wohlhabenden Mann machen. Das Werk, an dessen praktische Umsetzung er sich sogleich macht, wird die Seefahrt allerdings von Grund auf verändern.
Noch im selben Jahr 1827 beginnt auf einer Werft im österreichischen Kriegshafen Triest der Bau eines Schiffs, der >Civetta<, mit einer Resselschraube genannten Antriebsvorrichtung. Der Propeller, Durchmesser 1,58 m, beschleunigt die >Civetta< problemlos auf eine Geschwindigkeit von sechs Knoten. Die Schraube hält, was sich ihr Erfinder von ihr versprach. Lediglich wegen einer Leckage in einem Dampfrohr der Antriebsmaschine bringt der Versuch keinen Erfolg. Ressels Gegner erwirken ein Verbot weiterer solcher Experimente.
Bleibt die Frage, was einen aus dem mittleren Böhmen stammenden Förster zur entscheidenden Triebkraft in der Umgestaltung der Seefahrt werden ließ? Die Antwort ist simpel: Österreich-Ungarn, als mitteleuropäische Großmacht, war eine Seefahrernation. Den heimischen Wäldern galt höchste Aufmerksamkeit, als Reservoir für Schiffbauholz jeder Art. Der Erfinder und Forstmann Josef Ressel führte daher ganz selbstverständlich den Titel k.u.k. Marineforstintendant der küstenländischen Domäneninspektion. Zu Lebzeiten ohne Anerkennung, ziert heute ein pompöses Denkmal für ihn den Wiener Vierten Bezirk.
Wie es zur Erfindung der Schiffsschraube, zu deren anfangs vehementer Ablehnung und schließlich zu ihrem Triumphzug kam, darum geht es bei der Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 20. Februar 2020. Beginn um 19 h im Nautilushaus, Zum Alten Speicher 7 in 28759 Bremen. Präsentation und Moderation: Gerald Sammet.

Das Sprachrohr

Liebe Vereinsmitglieder und Freunde,
Sie haben ein Anliegen wie Lob, Kritik, Anregungen? Oder Sie wollen einfach mal gleich etwas loswerden?
Dann nutzen Sie doch unseren direkten Draht zum Vorstand, „Das Sprachrohr“.
Wir freuen uns über jeden Kontakt mit Ihnen und antworten schnellstmöglich, nach Erörterung im Vorstandskreis.
Jede Kommunikation mit Ihnen ist uns wichtig, bestärkt sie uns doch in unserem Anspruch, im Sinne der Mitglieder zu handeln.
Und so einfach geht´s:
Eine E – Mail oder einen Brief / Karte mit dem Stichwort „Das Sprachrohr“ an
vorstand@mtv-nautilus.de
bzw.
MTV Nautilus e.V.
-Das Sprachrohr-
Zum Alten Speicher 7
28759 Bremen

Klönrunde im Juni 2019

Einmal übern Großen Teich – Vor zweihundert Jahren überquerte erstmals ein Dampfschiff den Atlantik — Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 20. Juni 2019 im Nautilushaus am Museumshaven in Bremen-Vegesack
Das Schiff trägt praktischerweise den Namen des Hafens, den es am 22. Mai 1819 verlässt: Savannah, Georgia, schon zu der Zeit einer der bedeutendsten Überseehäfen in den Vereinigten Staaten. Die Savannah, gebaut und bereedert in Savannah: ein Rahsegler, drei Masten, Länge über alles 30,5 m, und mittschiffs, leicht nach achtern versetzt, ein kastenförmiges Konstruktionselement. Das Fahrtziel: Liverpool am anderen, englischen Ende der Welt. Ladung und Passagiere fehlen an Bord. Es handelt sich bei der Reise um ein Experiment.
Die Versuchsanordnung, mit der Schiffsführung und Besatzung es zu tun haben, entstammt Gedanken, mit denen sich ein Unternehmen mit ebenfalls einem auf Savannah verweisendem Namen im Seetransport neu zu positionieren versucht: Savannah Steam Ship Company. Eigentlich wird dabei ein Handelsfahrzeug herkömmlicher Bauweise eingesetzt, wenn da die zwischen Fockmast und Großmast aufsteigenden Kästen nicht wären, sowie ein mit Spanndrähten fixiertes Stahlrohr mittschiffs, das keine Segel trägt, aber Rauch auszustoßen vermag. Man könnte die Savannah, ihrer eigenwilligen Bauweise wegen, auch einen Wechselbalg nennen.
Tatsächlich handelt es sich bei ihr um ein Schiff mit einer gänzlich neuen, im Überseedienst noch nicht erprobten Antriebsform, für die unter Deck eine Dampfmaschine mit einer Leistung von 90 PS eingebaut wurde. Sie treibt in den Kästen verdeckt montierte Schaufelräder, die bei Bedarf aus dem Wasser gehievt werden können. Im Wasser liegend, würden sie jede Fahrt unter Segeln durch ihre Bremswirkung erschweren. An Schiffsschrauben als Antriebselement arbeiten zur Zeit dieser Überfahrt bereits zahlreiche Tüftler. Brauchbar ist bis dahin jedoch keiner ihrer Entwürfe.
Für ihre Reise nach Europa benötigt die Savannah ganze vier Wochen. Gerade einmal 80 Stunden davon verläuft die Fahrt unter Dampf. Bei der Ankunft in Liverpool, am 20. Juni 1819, ist freilich Beweiskraft gefragt. Das Feuer unterm Kessel soll schließlich auf eine glänzende, vor den Reedereien liegende Zukunft verweisen. Das Experiment, mit dem die Betreiber von sich reden machen wollten, gelingt, einerseits, und beschert ihnen, andererseits, im Nachhinein nichts als Verluste. Nach der Rückkehr nach Savannah wird das Schiff, nach einem Ausbau der Dampfmaschine, als reiner Segler weiter betrieben. Die professionelle Fahrt unter Maschine wird sich erst nach 1850 etablieren. Einer der Nutznießer dieser Entwicklung in der Transatlantikfahrt: der in Bremen beheimatete Norddeutsche Lloyd.
Darum, welche Pionierleistung und welches Scheitern sich hinter der Überfahrt der Savannah verbirgt, geht es bei der Klönrunde des MTV Nautilus am zweihundertsten Jahrestag der Ankunft des Schiffs in Europa, am Donnerstag, dem 20. Juni 2019. Beginn um 19 h im NAUTILUSHAUS, Zum Alten Speicher 7 in 28759 Bremen. Präsentation und Moderation: Gerald Sammet.

Klönrunde im Mai 2019

Die hannoversche Spur – 230 Jahre Meuterei auf der Bounty: Seemannsgarn und wie man es spinnt — Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 16. Mai 2019 im NAUTILUSHAUS am Museumshaven in Bremen-Vegesack
Ganz großes Kino, orchestriert mit glanzvollen Namen: Marlon Brando allen voran, aber auch Errol Flynn, Clarke Gable, Charles Laughton, Trevor Howard, Mel Gibson, Anthony Hopkins und Laurence Olivier tummelten sich auf den Planken des Schiffs, das wohl jeder seinem Namen nach kennt: HMAV Bounty, ursprünglich ein Kohlentransporter, als Bethia getauft und mit einem Lademaß von 215 Tonnen für jede Aufgabe außer der Beförderung von Kohle in der Küstenfahrt einfach zu klein. Trotzdem wird aus der Bounty, als sie am 23. Dezember 1787 unter dem Kommando von Leutnant William Bligh zu einer Reise um Kap Hoorn in die Südsee aufbricht, das wohl berühmteste Schiff in der Seefahrtsgeschichte.
Fünfmal wurde der wegen seines Ausgangs, einer Meuterei vor Nomuka (Tonga-Inseln) am 28. April 1789, unvergessen gebliebene Stoff bisher verfilmt. Von einer Ausnahme abgesehen basieren alle Produktionen auf einer von den US-Amerikanern Charles Bernard Nordhoff und James Norman Hall zwischen 1932 und 1934 vorgelegten Romantrilogie. In den Büchern wie in den Kinostücken tritt William Bligh als von Willkür und Herzlosigkeit angetriebener Sadist in Erscheinung. Sein Ruf wurde auf diesem Weg, ungeachtet seines Freispruchs durch ein Militärtribunal im Oktober 1790, noch im Nachhinein ruiniert.
Nahezu alles ist rätselhaft geblieben an dieser Geschichte, ihr Ausgang allerdings von Gewissheiten umstellt. Unstrittig wird bleiben: Die 48-tägige Reise des mit dem loyal gebliebenen Teil seiner Besatzung auf einem Beiboot ausgesetzten William Bligh vom Ort der Meuterei zum niederländisch-indonesischen Kupang zählt bis heute zu den navigatorischen Meisterstücken. Unstrittig ist auch der Zielort der von Fletcher Christian geführten Meuterer, die extrem entlegene Südseeinsel Pitcairn. Das Schiff, die Bounty, steckten die Abtrünnigen nach ihrer Landung dort in Brand. Alle weiteren Spuren führen vornehmlich ins Reich der Legenden. So wurde Fletcher Christian, der auf der Insel verblieben sein soll und auf ihr angeblich 1793 verstarb, mehrfach in London gesichtet. Und wer war der aus Hannover stammende Maat Heinrich Hillebrandt, der, als Matrose Henry Hilbrant, sich den Meuterern anschloss und, in einen Eisenkäfig gesperrt, bei seiner gewaltsamen Rückführung nach England bei der Havarie der dafür nach Pitcairn entsandten Fregatte Pandora vor der Nordspitze Australiens ertrank? Unter ungewöhnlichen Umständen aus dem Leben geschieden sind fast alle der ursprünglichen Bounty-Besatzung, außer aus den Reihen der Meuterer John Adams, der 1829 mit angeblich den Worten „Lasst den Anker los!“ auf den Lippen auf Pitcairn verstarb, und William Bligh, von dem es allerdings in London und Gibraltar zwei Grabstätten gibt. Was sie wollten, was sie wurden, und wie ein Handwerker aus dem damals mit Großbritannien in Personalunion verbundenen Königreich Hannover an Bord der Bounty geriet, darum geht es bei der Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 16. Mai 2019. Beginn um 19 h im NAUTILUSHAUS, Zum Alten Speicher 7 in 28759 Bremen. Präsentation und Moderation: Gerald Sammet.