DARC

Rufzeichen unter schwierigen Umständen – DARC macht seine Funkstation auf dem Schlepper Regina an der Maritimen Meile in Bremen-Vegesack wieder öffentlich zugänglich

Mundschutz und Mikrofon, mögen sich einige in den Zeiten von Corona gefragt haben: Geht das überhaupt? Zunächst, in den Zeiten von Lockdown und Kontaktbeschränkungen, sah es nicht danach aus. Beengte Verhältnisse an Bord des ehemaligen Hafenschleppers, das Fehlen eines durchdachten Hygienekonzepts, die geringe Bereitschaft beim potenziellen Publikum, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen, die, im Umfeld der Funkstation, nicht mehr funktionstüchtige, wenn überhaupt noch vorhandene Gastronomie. Alles Umstände, die gut dazu hätten beitragen können, die Regina zu einem Geisterschiff werden zu lassen.

Den zwei die Regina tragenden Vereinen, dem Deutschen Amateur-Radio Club, Ortsgruppe Vegesack, und dem MTV Nautilus als Eigner, konnte das, wie sich denken lässt, nicht genügen. Mit mehr als ein paar Handgriffen sorgten sie für Abhilfe und den Erhalt der Funktionstüchtigkeit der Station: Überprüfung und Wartung der Antennenanlagen, Reinigung der Innen- und Außendecks, Befreiung des Schiffsrumpfs von Wildkräuterbewuchs und vor allem, worüber eigentlich nur Kreuzfahrtschiffe verfügen: Einbau eines Spenders für die derzeit an Orten mit Publikumsverkehr obligatorische Handdesinfektion. Freiwillige Arbeitseinsätze der DARC-Crew im Juli, die erste Öffnung für Besucher dann am im August. Die Hitzewelle am Anfang dieses Monats entschleunigte das Geschehen auf eine durchaus nicht unwillkommene Weise.

Von „business as usual“ zwar noch weit entfernt, gelang es gleichwohl, selbst beim International Lighthouse/Lightship Weekend am 22. und 23.8 auf fast schon gewohnte Weise mitzuhalten. 38 Verbindungen kamen zustande, am Sonntag vor Augen und Ohren zum Schiff geeilter Besucher. Auch in der Umgebung des Schleppers sorgten, angeregt vom Ortsamt und dem MTV Nautilus, einige Anbieter von Imbisswaren für ein maritimes Ambiente. Bratwurst, Fischbrötchen, Eis mit Sahne  und Funk, das geht problemlos zusammen. Auch die Barkasse Vegebüdel des Vereins zieht mittlerweile immer wieder sonntags in Sichtweite auf der Weser ihre Kreise. In ihrem siebzigsten Jahr, mit der Hälfte der Passagiere, die eigentlich transportiert werden könnten. Auskünfte zum Fahrplan sind unter 0421-958 67 86 erhältlich, Anmeldungen für die Fahrten über diese Nummer oder vegebuedel@mtv-nautilus.de ausdrücklich erwünscht.

Ein Wermutstropfen allerdings bleibt: Während die Crew der Vegebüdel noch über eine halbwegs komfortable Personaldecke verfügt, liegt dem Team der Funkstation des DARC auf der Regina sehr daran, neue Mitstreiter zu gewinnen. Technisches Interesse, Einsatzfreude und ein bisschen Gespür für das, was in der internationalen Kommunikation Funkdisziplin genannt wird: Voraussetzungen, die eigentlich alle erfüllen, die es in die weite Welt hinaus zieht. Wofür derzeit ansonsten nur wenige Möglichkeiten bestehen. Die drahtlose Kommunikation verfügt, was das angeht, über ein ganz eigenes Potenzial. Interessenten erwartet ein engagierter, sachkundiger und umgänglicher Verein von ausgewiesenen und langjährig aktiven Enthusiasten. Ansprechpartner für REGINA und Clubstation: Jens Knorr: email dk0mtr@darc.de / 0172 4107960.

 

REGINA

Wer erinnert sich noch? Unser erstes Schiff, der Schlepper REGINA am Haken des Schwimmkranes ATLETH, damals BLG.

Unser Gründungsmitglied Dieter Töller ermöglichte es uns damals (Ende der 80er), den Schlepper auf seinem Firmengelände am Hohentorshafen für seine neue Aufgabe als Denkmal herzurichten.

Thomas Rutka

 

„Geschichte des Seefunks“ auf der REGINA
Seit Freitag, den 20. September 2019 ist die Maritime Meile Vegesack wieder um eine Attraktion reicher.
Im ehemaligen Maschinenraum des Schleppers REGINA befindet sich nun eine kleine Ausstellung zum Thema „Geschichte des Seefunks“. Hier wird der Besucher bis in die Kaiserzeit zurückgeführt, erfährt von der kaiserlichen Unzufriedenheit über die damaligen Kommunikationsmöglichkeiten und den daraus resultierenden Anstrengungen zum Aufbau einer eigenen, neuen Kommunikationstechnik.
Eine Mischung von illustrierten Beschreibungen und Originalexponaten vermittelt dem interessierten Besucher vielfältige Eindrücke. Im Hintergrund meldet sich dabei noch die Originalstimme von Norddeich Radio, einer wichtigen Küstenfunkstelle, die bis 1998 im Betrieb war.
Jens Knorr als Verantwortlicher für die REGINA und aktiver Funkamateur begrüßte gut 50 Gäste und führte mit seinem Team die Funktechnik eindrucksvoll vor.
Thomas Rutka, Vorsitzender des MTV Nautilus, würdigte besonders die Bedeutung dieses Projektes als Beitrag zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Maritimen Meile Vegesack. Er lobte das Engagement der vereinten Partner und machte deutlich: Der Gewinner auf dieser starken maritimen Meile ist Vegesack.
Die REGINA ist derzeit für die Allgemeinheit jeden zweiten und vierten Sonntag geöffnet. Gerne würde man die Öffnungszeiten weiter ausbauen, dafür wird weiteres ehrenamtliches Personal gesucht. Wer Spaß daran hätte, im Team der REGINA mitzuwirken ist herzlich zu Informationsgesprächen eingeladen.
Jens Knorr stellt dazu fest: Man muss nicht unbedingt Funkamateur sein, um hier mitzumachen. Jeder Interessent kann sich hier einarbeiten lassen und dabei auch bestimmen, wie viel Zeit er investieren möchte. Kontakt gerne an den geöffneten Sonntagen oder über Tel. 0171 / 19 33 781.