680.000 Euro für den Heringslogger „BV2“

 

https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteil-vegesack/museumshafen-vegesack-bv-2-wird-instandgesetzt-doc-7nk3vqi1ydk24dp5624

Quelle „Die Norddeutsche“ vom 11. November 2022

 

 

African Queen

Einfach nicht runterzukriegen – Auf- und Abwärtsbewegungen einer wahren African Queen. Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 17. November 2022 im Nautilushaus am Museumshaven in Bremen-Vegesack

Im November 1913 verlässt ein Schiff Papenburg mit einem Zug. In Hamburg wird die von der Meyer-Werft gebaute ‚Graf Goetzen‘ auf ein Frachtfahrzeug nach Daressalam wechseln. Dort wartet erneut ein Zug auf die aus 5 000 Holzkisten bestehende Ladung. Mit der deutsch-ostafrikanischen Mittellandbahn geht es nach Kigoma, ein Städtchen am Westufer des Taganjikasees. Dort wird der Kahn, ursprünglich nur verschraubt und für den Transport wieder demontiert, in einem improvisierten Dock vernietet und vom Stapel gelassen. Gedacht als Fracht- und Passagierschiff, wird die ‚Graf Goetzen‘ als ‚SMS Goetzen‘ zu einem bewaffneten Truppentransporter umgewidmet und auf dem See auf Patrouille geschickt.

Die Geschichte wäre damit schon fast wieder an ihrem Ende, hätten nicht die ebenfalls am Tanganjikasee interessierten Kolonialmächte Großbritannien und Belgien eigene Ziele verfolgt. Als herausragend in diesem Zusammenhang wird sich der Vorstoß einer britischen Kommandoeinheit erweisen, die, vom Kongobecken kommend, zwei bewaffnete Motorboote mit den Namen ‚Mimi‘ und ‚Toutou‘ auf dem See aussetzt. Ein Angehöriger dieser Einheit ist der überaus exzentrische Geoffrey Spencer-Simson, ein Vorfahr der späteren Lady Diana Spencer. Den ersten Erfolg gegen die ‚Goetzen‘ erzielt allerdings ein belgisches Wasserflugzeug. Ohne größere Schäden davongekommen, wird das Schiff wegen der bevorstehenden Aufgabe von Kigoma auf Befehl des Kommandeurs der Schutztruppe Ostafrika, Paul von Lettow-Vorbeck, am 26. Juli 1976 von der eigenen Besatzung versenkt.

Kein Ende deswegen. 1918 kommt es zur Bergung mit belgischer Hilfe. 1921 fällt die ‚Goetzen‘ in britische Hand. Die neuen Eigner sanieren das Objekt und setzen es ab 1927 unter seinem bis heute erhaltenen Namen ‚Liemba‘ wieder in Fahrt. 1970 gilt das Schiff als verbraucht. Auf die Stilllegung folgt eine Grundüberholung mit Mitteln einer dänischen Entwicklungshilfeorganisation. 2018 die letzte, noch andauernde Außerdienststellung. Hin und wieder fährt sie sogar noch.

1951 dreht der US-Regisseur John Huston unter dem Titel ‚African Queen‘ einen Film, in dem Humphrey Bogart, Katherine Hepburn und Robert Morley in Hauptrollen mitwirken. Als Vorbild diente der äußerst frei gestaltete Einsatz der von Geoffrey Spencer-Simson dominierten ‚Mimi‘ und ‚Toutou‘ auf dem Tanganjikasee. Im Film wird ein Schlag gegen das deutsche Kanonenboot ‚Louisa‘ geführt, Versenkt wird das Schiff von der von Humphrey Bogart gesteuerten ‚African Queen‘.

Wie ein in Papenburg wie aus einem Bausatz zusammengesetzter Frachtdampfer über derart viele Umwege Weltruhm erlangte, wie es heute um die ‚Goetzen‘ steht und wo sich die ebenfalls erhaltene ‚African Queen‘ auffinden lässt, darum geht es bei der Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 17. November 2022. Beginn um 19 h im Nautilushaus, Zum Alten Speicher 7 in 28759 Bremen. Präsentation und Moderation: Gerald Sammet.

Schulschiff Nachfolge und Maritime Meile Vegesack

 

Die SCHULSCIFF DEUTSCHLAND ist mittlerweile nur noch ein Stück Vegesacker Geschichte. Wie kann und soll es weiter gehen? Viele Ideen kursieren in Vegesack und „umzu“, manche klingen beinahe abenteuerlich.

Der MTV Nautilus ist bemüht, im Sinne Vegesacks an einer möglichst attraktiven Lösung mitzuarbeiten. In unserer Stellungnahme sagen wir ganz klar: „Es geht hier um sehr viel mehr, als um ein Nachfolgeschiff. Nur ein Maßnahmepaket, welches die gesamte Maritime Meile berücksichtigt, kann hier helfen.“                       Thomas Rutka

Mitgliederversammlung 2021

Thomas Rutka, Norbert Lange-Kroning, Kpt. Tham Körner, Aenne Sammet                                                                                              Foto André Hübner

 

Es war coronabedingt eine ungewöhnliche Veranstaltung, die der Vorsitzende, Thomas Rutka, eröffnete. Man traf sich, entgegen der bisherigen Tradition nicht in Vegesack, sondern in der Schützenhalle Farge. Dort war eine Versammlung unter den aktuellen Hygieneregeln möglich. Zunächst wurde die Mitgliederversammlung 2020 nachgeholt und damit das Geschäftsjahr 2019 offiziell abgeschlossen. Nach der Entlastung des Vorstandes wurde nach einer kurzen Pause die Mitgliederversammlung 2021 abgehalten. Thomas Rutka dankte den Mitgliedern für die Solidarität zum Verein. Trotz der Corona-Kriese, wodurch die Mitglieder recht wenig vom Verein hatten, gab es nur wenige Austritte. Diese Solidarität war auch wichtig, denn wenn auch Corona für einen stark eingeschränkten Betrieb gesorgt hat, die Kosten laufen weiter. Alle Crews hatten trotz der Einschränkungen hervorragende Arbeit zum Erhalt der Traditionsschiffe geleistet.

Für die Betreibergesellschaft des Segellogger BV 2 VEGESACK stellte sich Kpt. André Hübner als neuer Geschäftsführer und Nachfolger von Kpt. Tham Körner vor. Den Kutterpullern wurde zu den Stadtmeisterschaften Bremen in 2019 und 2020 gratuliert. Die inhaltliche Ausrichtung des MTV Nautilus – für die der Vorstand einsteht – machte Thomas Rutka noch einmal vor der anstehenden Vorstandswahl deutlich: Die bestmögliche Unterstützung der vielen Sparten, welche den MTV Nautilus erst zu einem lebendigen Verein machen, gehört dabei zu den wichtigsten Aufgaben. Ganz wichtig dabei ist, dass das generationsübergreifende Konzept weitergelebt wird. Rutka wies darauf hin, dass maritime Traditionen uns wichtige Werte zur Weitergabe vermitteln. Ein weiterer Schwerpunkt soll auch der Einsatz für Vegesack und besonders für die MARITIME MEILE VEGESACK sein. Nach der Entlastung des Schatzmeisters sowie des Vorstandes wurde gewählt.

Zunächst wurde der Ältestenrat bestätigt. Er setzt sich zusammen aus: Rolf Kronshage, Dr. Bernhard Hauke sowie Peter Meyer

Veränderung gab es bei der anschließenden Vorstandswahl. Der bisherige Schatzmeister, Norbert Lange-Kroning wird sich künftig auf andere Aufgaben konzentrieren und stand nicht mehr zur Wahl. Der neue Vorstand besteht aus:

Vorsitzender: Thomas Rutka / 2. Vorsitzender Jens Knorr / Schatzmeister Jörg Deponte

Pressesprecherin: Aenne Sammet / Beisitzer: René Mayer, Eckhard Bögershausen und Dieter Meyer-Richartz

Als Kassenprüfer wurden gewählt: Peter von Daak, Rainer Drognitz, Bernd Lippek, Anselm Aschemann

Für das Jahr 2022 wurde schon für den anstehenden 400. Hafengeburtstag neugierig gemacht und etwas Vorfreude ausgelöst. Man hofft, dass im kommenden Jahr auch wieder eine Pappbootregatta stattfinden wird. Es wird um tatkräftige Unterstützung der Mitglieder geworben. Zum Ende der Veranstaltung dankte der Vorsitzende des Vereins  Norbert Lange-Kroning und Tham Körner für lange und gute Zusammenarbeit sowie außergewöhnliches Engagement.

 

Mitgliederversammlung

Der Verein Maritime Tradition Vegesack NAUTILUS e. V. lädt seine Mitglieder für Donnerstag, den 02. September um 19:00 Uhr in die Schützenhalle Farge, Betonstr. 49, ein.

Für alle – die mögen – gibt es ab 18:00 Uhr die Gelegenheit zu einem kleinen Imbiss.

Es sollen coronabedingt die Geschäftsjahre 2019 und 2020 abgeschlossen werden.

Außerdem muss der Vorstand neu gewählt werden.

Thomas Rutka

Vorstandsbericht

 

Thomas Rutka – Vorsitzender – E-Mail: thomasrutka@t-online.de – 04209 931833 /0171 1933781

Liebe Mitglieder des MTV Nautilus,

seit über einem Jahr hat die Corona-Problematik uns fest im Griff. Seriöse Planungen sind beinahe unmöglich. Das merken wir mit unserem MTV Nautilus, wenn es z. B. um die Mitgliederversammlung geht. Ursprünglich sollte sie ja mal am 23.04.2020 stattfinden. Da dies nicht möglich war, hatten wir den November als Ausweichtermin angedacht. Die zweite Corona-Welle sorgte wieder für eine Verschiebung. Dass die dritte Welle uns trifft, bevor die zweite richtig abklingen konnte…. da hatten wir nicht mit gerechnet. Ein für Anfang Juni 2021 angedachter Termin ist in Anbetracht der aktuellen Problematik auch nicht realistisch. Dennoch müssen und möchten wir weiter planen, wissend dass es eine Planung in eine gewisse Unsicherheit ist. An dieser Planung möchte ich Sie, liebe Mitglieder, mit diesem Schreiben frühzeitig teilhaben lassen. Nun planen wir eine Mitgliederversammlung für Donnerstag, den 02. September 2021 und haben hierfür die Schützenhalle in Bremen-Farge reserviert. Dieser Ort ist in der Lage, zu fairen Konditionen Plätze für bis zu 150 Besucher unter Einhaltung der Hygieneregeln zu bieten.  Außerdem ist er mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und bietet eine Menge Parkplätze vor der Halle. Die Erfahrungswerte der letzten Jahre zeigen, dass bei Mitgliederversammlungen ca. 40 – 100 Personen erschienen sind. Wir glauben mit der Schützenhalle auf der sicheren Seite zu sein, da jedes Mitglied, auch ohne Voranmeldung, ein Recht auf die Teilnahme hat. Lassen Sie mich nun bitte erklären, wie die Versammlung inhaltlich ablaufen soll: Wir müssen die Versammlung 2020 nachholen, damit wir das Jahr 2019 mit dem Bericht des Schatzmeisters über den für 2020 eingesetzten Haushalt und der Entlastung des Vorstandes für diesen Zeitraum abschließen können. Nach einer kurzen Pause könnten wir dann zu der Mitgliederversammlung 2021 kommen, um den Haushalt für das Jahr 2021 zu beschließen und den Vorstand zu entlasten. Anschließend erfolgen die Vorstandswahlen. Die beiden Mitgliederversammlungen müssen formal getrennt abgearbeitet werden. Eine gemeinsame Abstimmung für beide Jahre ist nicht zulässig.

Gerne berichte ich Ihnen in diesem Schreiben schon mal jetzt von den Aktivitäten der vergangenen Geschäftsjahre. So können Sie sich, wenn Sie möchten, schon mal in die Thematik einlesen und bei Bedarf Ihre Fragen formulieren. Wir hoffen, damit den Ablauf im September etwas zu beschleunigen. Die Einladung zur Mitgliederversammlung können wir hiermit natürlich nicht ersetzen, diese erhalten Sie selbstverständlich wieder zusammen mit dem zu genehmigenden Protokoll der Mitgliederversammlung von 2019

2019 war unser letztes lebendiges Vereinsjahr, bevor durch Corona alles anders werden sollte.

Die Pappbootregatta war wieder mal ein voller Erfolg und ist inzwischen eine feste Größe bei den Nordbremer Veranstaltungen. Da haben Brigit Benke und Sabine Rosenbaum sowie ihr fleißiges Helferteam tolle Arbeit geleistet.

Fleißige Helfer belebten auch das Vegesacker Hafenfest, die Signalstation war wieder Dreh- und Angelpunkt an der Weserpromenade.

Die VEGEBÜDEL wurde durch ihre Crew liebevoll aufgearbeitet und gepflegt. Sie ist wieder fahrtüchtig. Darauf wurde im März innerhalb einer kleinen Feier angestoßen. Die Angebote für die Bevölkerung, kostenlose Rundfahrten im Rahmen der Maritimen Meile Vegesack zu unternehmen, wurden gut angenommen. So fährt sich das Schiff in die Herzen der Nordbremer und ihrer Besucher.

Die Kutterpuller zeigten wieviel Spaß maritime Tradition machen kann, wenn sie auch sportlich gelebt wird.  Dabei wurde das Team Horizont Bremer Stadtmeister 2019.

Die Belebung unserer REGINA durch die Funkamateure war eine gute Idee. Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, das Schiff an den Öffnungstagen zu besichtigen und informierten sich über unseren Verein, das Schiff und die interessante Arbeit der Funker. Im September konnte dann die Ausstellung „Geschichte des Seefunks“ mit ihren Exponaten an Bord eröffnet werden.

Der Thematische Klönschnack im NAUTILUSHAUS mit Gerald Sammet findet immer mehr Beachtung. Ob über den Galionsfiguren-Schnitzer vom Harriersand oder die Meuterei auf der Bounty gesprochen wird, Gerald schafft es immer wieder, die Zuhörer mit bislang unbekannten Details zu konfrontieren.

Das Team für die Signalstation hat renoviert und erneuert. Bei Veranstaltungen wurde die Signalstation mit eingebunden, bietet wichtige Infrastruktur. Nun soll erarbeitet werden, welche Rolle die Signalstation künftig für den Verein sowie die Maritime Meile Vegesack haben soll.

Die Jugendarbeit wurde erfolgreich wiederbelebt. Wir haben wieder eine kleine, lebendige Jüngstengruppe im Alter um die 11 Jahre. Sie trifft sich montags im NAUTILUSHAUS.

Unser Flaggschiff, die BV 2 VEGESACK, wurde durch eine fleißige Stammcrew liebevoll erhalten und war erfolgreich als Botschafterin Vegesacks in vielen Teilen Europas unterwegs.

Es gab wieder nette Kontakte mit unseren Freunden aus Wanfried. Dabei hatten wir eine Delegation aus Wanfried zu Gast auf einer eindrucksvollen Tagesfahrt mit unserer BV 2. Diese kam, trotz Regenwetters, sehr gut bei unseren Gästen an.

Unser Verein ist in der Arbeitsgemeinschaft Maritime Meile Vegesack nach wie vor aktiv. Der Weg, sich gemeinsam mit anderen für das maritime Vegesack einzusetzen hat sich als richtig erwiesen.

Ein gutes Beispiel für uns ist die Barkasse VEGEBÜDEL: Ohne die finanzielle Unterstützung durch Spendengelder der Maritimen Meile wäre die Restaurierung nicht geglückt.

2020 Schon zum Jahreswechsel gab es besorgniserregende Nachrichten aus China. Wurden die Bilder von Menschen mit Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit anfangs von manch einem belächelt, ab März hatte uns diese bittere Realität eingeholt und seitdem hat sie uns mehr oder weniger fest im Griff. Der Begriff „Corona“ ist seitdem allgegenwärtig. Auch unser Vereinsleben kam zwischendurch  zum Erliegen und konnte nur in einigen Bereichen, zwischenzeitlich unter strengen Auflagen und eingeschränkt ausgeführt werden.

An Großveranstaltungen, wie die Pappbootregatta oder das Hafenfest war nicht mehr zu denken, selbst der Klönschnack im NAUTILUSHAUS oder die gewohnte Jugendarbeit konnten nicht mehr stattfinden.

Was ging denn noch 2020?

Der Vorstand tauschte sich überwiegend per Mail oder Telefon aus, in wenigen Phasen konnte ein Zusammenkommen unter Hygieneauflagen stattfinden.

Die Jugendlichen trafen sich nur in ganz kurzen Phasen, ebenfalls unter entsprechenden Auflagen.

Auch die Kutterpuller konnten nur in gewissen Phasen unter Auflagen arbeiten.

Die Crews der BV 2 VEGESACK sowie der VEGEBÜDEL haben sich unter Beachtung von Hygienekonzepten hervorragend um die Schiffe gekümmert.

Die VEGEBÜDEL konnte in einigen Phasen daher mit reduzierter Gästezahl fahren. Die BV 2 VEGESACK traf es noch härter: Die gebuchten Reisen durften nicht stattfinden. Mit einigen Tagesfahrten unter Auflagen wurde das Schiff in Fahrt gehalten.

Signalstation und REGINA konnten aufgrund der räumlichen Enge so gut wie gar nicht für die Öffentlichkeit da sein.

Ich danke allen Mitgliedern für ihr unermüdliches Engagement, auch für die erschwerte und manchmal etwas trostlose Arbeit unter den Corona-Bedingungen.

Und ich danke allen Mitgliedern, die uns einfach durch ihre Mitgliedschaft unterstützen. Das ist nicht selbstverständlich, denn viele Vereine haben Probleme mit Kündigungen in der Corona-Zeit. Sie, liebe Mitglieder, unterstützen uns schon alleine durch Ihre Mitgliedschaft, denn auch wenn unser Vereinsleben in vielen Bereichen ruhen muss, so bleiben die laufenden Kosten.

Lassen Sie uns gemeinsam auf eine baldige Verbesserung der Lage hoffen und darauf, dass unsere für den 02. September 2021 geplante Mitgliederversammlung stattfinden kann.

Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Thomas Rutka

(Vorsitzender)

 

 

 

Vorstandsbericht

Liebe Mitglieder und Freunde des MTV Nautilus,

vermutlich geht es den meisten von uns ähnlich: Irgendwie mag man das Thema „Corona“ nicht mehr hören, aber man kommt einfach nicht daran vorbei. Unser Vereinsleben wurde und wir kräftig ausgebremst, wichtige Veranstaltungen durften nicht stattfinden. Mit Einschränkungen und Hygieneplänen konnten einige unserer Bereiche  wenigstens reduziert  ihren Tätigkeiten nachkommen. Unser Segellogger B V 2 VEGESACK, ohnehin schon durch die Verbote stark gehandicapt, hat mehrere Kurztörns gemacht. Auch unsere Barkasse VEGEBÜDEL machte Rundfahrten vor der Maritimen Meile, wenn auch mit deutlich weniger Gästen. Unsere Kutter-Puller machten ebenfalls das Beste aus der Situation und trainierten, wann immer es möglich war. Das Team Horizont war dabei sportlich besonders erfolgreich. Wir freuen uns gemeinsam mit dem Team über den Gewinn der Bremer Stadtmeisterschaft 2020 und gratulieren ganz herzlich. Unter Einschränkungen nahm auch unsere Jugendabteilung wieder etwas Betrieb auf. Im Spätsommer segelte ein Kamerateam vom NDR auf der Vegefeuer mit. Ein Bericht davon lief im Nordseereport (25.10.2020). Ein weiterer Beitrag soll im November folgen. Besonders groß waren die Einschränkungen auf dem ohnehin recht kleinen Schlepper REGINA. Dennoch ließen es sich die Funker nicht nehmen, wenigstens im kleinen Rahmen Besichtigungen zu ermöglichen. Ich danke all denen, die unter diesen schwierigen Bedingungen ihr Bestes gegeben haben und geben. Dies gilt auch für die Bereiche, denen dieses Jahr keine Arbeit möglich war, z. B. Pappbootregatta, Arbeitskreis Hafenfest oder Arbeitskreis Wanfried. Nachdem unsere Mitgliederversammlung im April abgesagt werden musste, hatten wir eigentlich vor, sie im November nachzuholen. Doch auch diese ist leider nicht durchzuführen. Die Corona-Verordnungen, welche von ihrer Bedeutung her natürlich über einer Vereinssatzung stehen, zwingen uns dazu. Wie kann es da weiter gehen? Wir bereiten uns derzeit auf eine Mitgliederversammlung im März 2021 vor und hoffen, dass die Corona-Lage es zulässt. Da soll das Geschäftsjahr 2019 abgeschlossen und der Haushalt für 2020 verabschiedet werden. Nach einer kurzen Pause würden wir dann die sowieso anstehende Mitgliederversammlung 2020 / 2021 mit den Vorstandswahlen durchführen. Diese formale Trennung der Versammlungen durch die Pause muss ein, da über jeden Haushalt separat abgestimmt werden muss und natürlich auch Fragen beantwortet werden sollen. Den Rechenschaftsbericht, den Haushaltsplan und das Ergebnis der Rechnungsprüfer für 2019 / 2020 werden wir Ihnen zum Jahresende schriftlich zukommen lassen. So kann sich jeder schon mal damit beschäftigen und über Fragen nachdenken. Wir hoffen, den Ablauf dieser Mitgliederversammlung damit etwas zu beschleunigen. Aktuell wird unser Vereinsleben, zumindest im November, wieder heruntergefahren. Vorstandssitzungen und ähnliche Veranstaltungen fallen aus. Ich wünsche Ihnen, kommen Sie gut und gesund durch diese Zeit und wenn möglich, versuchen Sie mit Spaziergängen an der Weserpromenade oder im schönen Umland für eine positive Ablenkung zu sorgen.

Ihr Thomas Rutka

(Vorsitzender)

I

Mitgliedsbeiträge

Die Jahresbeiträge ab 2020 betragen

87,00 EUR für Erwachsene (Einzelperson)

44,00 EUR ermäßigt für Jugendliche, Azubis usw.

145,00 EUR für Familien

MTV on tour

Gerald Sammet

Labskaus war aus
Der erste Ausflug der Reihe >MTV on tour< am 15. Februar 2020

Eine auf den ersten Blick nur schnöde Adresse: Kaispeicher B. Mit einer allerdings mehr als imposanten Fassade, die, in der Art ihrer Entstehungszeit, eher verbirgt, was hinter ihr steckt. Dabei waren solche Gebäude, als sie errichtet wurden, durchaus funktional, einem Verwendungszweck unterworfen, den schon der Name anklingen lässt. Ein Speicher eben, für Lagergut, das von den Schiffen dort eingebracht wurde, die den Hamburger Hafen anliefen. Nicht wenige davon noch Segelschiffe, mit Kostbarkeiten und profanen Gütern aus aller Welt in ihren Bäuchen. Hier, vor dem um die Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm aufgeschütteten Terrain, legten sie an. An die einstigen Inseln erinnern bestenfalls noch die Fleete, die, von zahlreichen Brücken überspannt, das Geländer durchziehen.
1883 begann an der Stelle der Bau einer besonderen Stadt. Einer Stadt, für die die auf Kehrwieder und Wandrahm vorhandenen Quartiere armer Leute weichen mussten. 20 000 Menschen wurden umgesiedelt, 1 100 Häuser geschleift. 1888 wurde von Kaiser Wilhelm II. der Schlussstein für das noch längst nicht vollendete Bauvorhaben gelegt. Backsteingotik in ihrer reinsten Vollendung, manchmal arg nah am Kitsch. So allerdings waren die Zeiten: hanseatischer Kaufmannsgeist in all seiner Nüchternheit und eine gewisse Prunksucht schlossen einander selbst in Hamburg nicht aus. 1927 ließ man es bei dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Plan dann bewenden. Die letzten Baulose, an der Ericusspitze, wurden nicht mehr realisiert.
Kaispeicher B hingegen ist bis heute eine im historischen Sinn auf seine Gegenwart bezogen erste Adresse. Mit knarrendem Dielenholz, das sein Inneres noch durchzieht und das all die längst verflogenen Gerüche von Spezereien aus aller Welt erahnen lässt, die einst hier aufbewahrt wurden. Andere Schätze sind an ihre Stelle getreten, in Gestalt einer auf einzigartige Weise erzählten Geschichte, die davon handelt, was Menschen und Schiffe, von weit her kommend, bis in unsere Zeit bewegt und bewegte. Ein Museum steckt hinter der Fassade von Kaispeicher B, das Internationale Maritime Museum Hamburg, eröffnet im Juni 2008. Über ein eigenes Museum, das ihre Bau- und Nutzungsgeschichte dokumentiert, verfügt die Speicherstadt im Übrigen auch. Es befindet sich seit 2011 im historischen Block L.
Dorthin zog es am 15. Januar 2020 uns, die Teilnehmer des ersten Ausflugs von MTV on tour, allerdings nicht. Ziel war, wie von Dieter Meyer-Richartz angeregt und vorbereitend organisiert, das bei weitem größere Haus im Kaispeicher B. Das Internationale Maritime Museum eben, das seit seiner Eröffnung Jahr um Jahr mehr als 100 000 Besucher anlockt. Auf die paar aus den Reihen des MTV Nautilus kam es an dem Tag allerdings an. Nicht ganz sachgerecht und standesgemäß mit dem Niedersachsenticket aus Bremen angereist, aber zum Staunen bereit. Wohl ahnend, aber nicht wirklich wissend, dass sie aus dem nicht so schnell wieder herauskommen sollten.
Genau genommen ist das Internationale Maritime Museum das Werk eines einzigen Menschen. Peter Tamm, ehemals Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, litt, anders lässt sich das kaum formulieren, an seiner Liebe zur See. Aus einer alteingesessenen Hamburger Seefahrerfamilie hervorgegangen, gelangte er, Jahrgang 1928, gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als Kadett auf das Segelschulschiff Gorch Fock. Letzter Dienstgrad: Fähnrich zur See. Ab 1948 freier Mitarbeiter beim Hamburger Abendblatt, und nach gelungenem Einstand, dort Schiffsredakteur. Sein klares Gespür für einen einmal eingeschlagenen Kurs führte ihn aus dieser Position bis an die Spitze des Konzerns. Keineswegs nur nebenbei gelang ihm dazu ein weiterer Coup: Zeitlebens trug Tamm zusammen, was Schiffe und Seefahrt ausmachte, auf eine, wie noch heute zu spüren ist, durchaus kindhafte Weise. Die des Sammlers und Jägers, der mit Netz und Botanisiertrommel über Felder und Wege springt und aufliest, was er dort findet. Mit, laut Wirtschaftsmagazin Forbes, 1991 5 Millionen DM Jahresgehalt zählte er zuletzt wohl zu den besser dotierten Kindern auf dieser Erde. So gelangten 120 000 Bücher und Atlanten, zahllose Schiffsmodelle, mehr als 50 000 Konstruktionspläne, Steuerräder, Fernmeldeanlagen, Segelgarn jeder Länge und selbstverständlich auch allerlei Schnickschnack in seinen Besitz.
Streift man, wie wir am 15. Februar, durch das Haus, das guten Gewissens sein Haus genannt werden darf, liegt als dies vor einem. Das Schlachtschiff Bismarck, 1939 von der Helling 9 bei Blohm & Voss in Hamburg vom Stapel gelaufen, am 27. Mai 1941 nach einem vom britischen Flugzeugträger Ark Royal aus geführten Torpedoangriff im Nordatlantik verloren gegangen. Man muss nur auf diese Geschichte schauen, so detailreich dokumentiert wie die der von polynesischen Stämmen im Pazifik geschaffenen und genutzten Einbäume, oder auf die umfangreich dokumentierte Geschichte der Seefunk- und Radartechnik, um zu erkennen, welche unbezähmbare Neugierde und welcher Erkenntnisdrang zur Entstehung dieser Sammlung geführt haben müssen. Peter Tamms Hinterlassenschaft ist notwendigerweise durch viele von ihm und seinen Sachwaltern allerdings gut geführte Hände gegangen. Sein Geist spielt virtuos mit Wind und Wellen wie mit den ihm zuarbeitenden Menschen, bis heute, mehr als drei Jahre nach seinem Tod. Sollte er, wie vermutet werden darf, manchmal nicht allzu bequem gewesen sein, lag das sicherlich auch in seiner Natur. Ein in allem, im Beruf wie in seinen Obsessionen, von einem strengen Kalkül geleiteter Exzentriker, wenn man so will.
Apropos Geist: Zieht man durch diesen Kaispeicher B, der, was naheliegt, nicht Etagen aufweist, sondern eine Ordnung nach Decks, neun an der Zahl, von ein paar abgesehen, in die man eher unversehens gerät, dann fordert das irgendwann den Körper heraus. Es übersteigt schlicht die physische Kondition, und es überfordert, im Gleichklang, die Auffassungsgabe. Ein paar von uns schafften es bis Deck 4, ein paar sogar bis Deck 5, und allen stand eigentlich die Sehnsucht nach der eigenen, nicht ganz so ausufernd konzipierten maritimen Meile am Vegesacker Hafen in die Augen geschrieben. Aber selbst auf dem Niedergang stößt man noch auf Wunder über Wunder. Wann ist einem schon klar geworden, außer für den Fall, man wäre der Konstrukteur, was für ein unüberschaubar komplexes Gebilde schon in Zeiten der klassischen Dampfschifffahrtszeit eine Maschinenanlage war? In dem Modell, das das veranschaulicht, geht man regelrecht verloren. Wie viel leichter fällt da doch die Orientierung im System der maritimen Orden und Ehrenzeichen aus aller Herren Länder. Man sorgt sich angesichts der Fülle der in Vitrinen von beträchtlicher Ausdehnung gezeigten Objekte allerdings, ob einem beim Passieren all der Fundstücke nicht unversehens Ärmelstreifen und Schulterklappen zuwachsen könnten.
Irgendwann steht man wieder unten, im Souvenirshop, wie sich das für ein gut geführtes Museum gehört. Im Geiste beflügelt und von maritimen Impressionen erfüllt. Nur der Körper kam noch nicht ganz zu seinem Recht. So schauten alle vor der Zeit, die eigentlich noch vor ihnen gelegen hätte, im dem Haus angeschlossenen Restaurant Alte Liebe vorbei, um sich dort wieder zu begegnen und neu zu gruppieren. Bereit, mit dem Niedersachsenticket dieses Tages letzte große Fahrt anzutreten. Selbst dieser Ort lieferte noch eine Erkenntnis stiftende Pointe: Labskaus, das in den Augen von Binnenländern und Touristikförderern maßgebliche Seefahrergericht, Labskaus war aus!

 

Großzügige Spende für den MTV Nautilus

(abk 05.02.2017) Auch in diesem Jahr gab es in der Vegesacker Strandlust wieder den traditionellen gemeinsamen Neujahrsempfang des Förderkreises Vegesacker Junge sowie des Ortsamtes Vegesack. Nach Begrüßungsworten des Vegesacker Ortsamtsleiters Heiko Dornstedt sowie des Ehrengastes, Bremens Bürgermeister Carsten Sieling, wurde nach einem zünftigen Grünkohlessen wie in jedem Jahr für einen guten Zweck zugunsten des Stadtteils gesammelt.

Dafür hatte man dieses Jahr unseren Verein, genauer gesagt unser Projekt mit dem Schlepper REGINA sowie unsere Jugendarbeit, die als vorbildlich bezeichnet wurde, auserkoren.
Die Sammlung für den weiteren Erhalt des inzwischen zu einem Vegesacker Wahrzeichen gewordenen Schleppers REGINA sowie die Unterstützung der Jugendarbeit ergab ein Rekordergebnis von 6100 Euro.

Unser Vorsitzender, Thomas Rutka, bedankte sich vor Ort für die großzügige Spende und die damit zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung für die ehrenamtlich im Verein geleistete Arbeit.