Tiere an Bord

(abk 22.01.2017) Die erste der monatlichen Klönrunden des MTV Nautilus in diesem Jahr beschäftigte sich mit dem Thema „Tiere an Bord“. Moderator Gerald Sammet hatte tief in die Geschichte gegriffen und so erfuhren die Teilnehmer, dass es ohne Schifffahrt keine Pferde in Amerika gegeben hätte, denn die wurden mit Schiffen dorthin gebracht. Das Gleiche gilt für die Kaninchen in Australien. Ein Teilnehmer berichtete von einem während des Schiffstransportes gestorbenen Elefanten, der über Bord geworfen worden sei und später für großes Rätselraten sorgte, als er an der Küste eines elefantenlosen Landes angeschwemmt wurde. Für eine mit dem Schiff transportierte Giraffe mußte ein riesiger Wasservorrat mitgenommen werden, und legendär ist die Geschichte von Oscar, der auch unter dem Namen „unsinkable Sam“ bekannt war, und innerhalb eines Jahres dreimal gerettet wurde: Zuerst vom deutschen Schlachtschiff Bismark am 27. Mai 1941, dann von britischen Zerstärer HMS Cossack und zum dritten Mal Im November 1941 vom Flugzeugträger ARK ROYAL.

Hunde und Katzen an Bord von Marineschiffen trugen zum Teil Rangabzeichen und bekamen manchmal Orden. Der Kater Trim von Matthew Flinders, dem 1799 auf der HMS RELIANCE als erster Katze die Umrundung Australiens gelang, speiste an Bord sogar mit den Offizieren bei Tisch.

Natürlich wurden in früheren Zeiten auch Tiere als Proviant mitgenommen, und Seeleute brachten sich von ihren Reisen Tiere wie Papageien und Affen mit nach Hause. Auch die diversen tierischen Bezeichnungen auf einem Schiff wie z.B. Kielschwein und Eselshaupt wurden besprochen.

Im zweiten Teil des Abends berichtete die Vegesacker Schiffseignerin Rega Kerner von ihrem Schiffschwein, einem Ferkel, das sie an Bord eines Binnentankers aufzog und über drei Jahre mit ihm an Bord lebte. Sie hat inzwischen ihre Erlebnisse in einem Buch festgehalten und trug daraus einige Geschichten vor, die das Publikum mit Lachsalven und kräftigem Applaus honorierte. Ein von ihr mitgebrachtes Fotoalbum lieferte die Illustrationen zu den Geschichten.

Am 6. Februar erschien in der Norddeutschen ein Artikel von Alexander Bösch, den wir mit freundlicher Genehmigung des Autors und des Verlages hier veröffentlichen dürfen.