,,Vegebüdel“ auf Kurs Bunker Valentin

Die Barkasse Vegebüdel erweitert seine beliebten Sonntags-Törns mit Gästefahrten zum ,,Denkort Bunker Valentin

‚Neben den allgenmeinen Informationen über die maritime Meile ist uns daran gelegen diese kulturelle Stätte unseren Gästen einmal vom Wasser aus zu zeigen und über Entstehung und Geschichte dieses Bauwerks zu berichten ‚ erklären Uwe Köhler und Peter Donde, die als Decksleute der Vegebüdel-Crew an der Realisierung dieser Touren maßgeblich beteiligt waren.
Das Fernziel und Wunsch der Vegebüdel-Crew ist darauf fokussiert entsprechende Sensibilität bei den Kommunen und deren politische Verantwortliche zu generieren wieder einmal über einen Anleger beim ,,Denkort Bunker Valentin“ nach zu denken.
Anmeldungen für die Bunkerfahrten bitte unter Telefonnummer 0421 / 9586786 und unter E-Mail-Adresse vegebuedel@mtv-nautilus.de.

Nächste Fahrten finden statt am 25. Juli und am 8. und 22. August, 16 Uhr ab Anleger an der Signalstation.

Wir freuen uns über die große Nachfrage und bieten im August zusätzliche Fahrten mit der Vegebüdel am:

1. Aug., 15.Aug. und 30.Aug. an.

Anmeldungen bitte wie oben ausgewiesen.

Barkasse Vegebüdel ab sofort wieder im Einsatz

Corona hat uns leider, wie so vielen anderen Vereinen und Organisationen, Zurückhaltung auferlegt.

Das ist nun vorbei!!

Ab sofort fahren wir wieder jeden Sonntag unsere stündlichen Törns. Wir legen ab um 15Uhr, 16Uhr und 17Uhr vom Anleger an der Signalstation.

Die Gästezahl ist begrenzt auf 6 Personen an Bord und es muss nach dem vorgegebenen Hygienekonzept verfahren werden.

Es macht trotzdem viel Spaß!!
Wir laden Sie daher herzlich ein, gemeinsam mit der Crew der Vegebüdel, die andere Seite der Welt kennen zu lernen.

 

Moby Dick

Statt Klönrunde: Monoklönatische Handreichung Nr. 4, Juni 2020

Moby Dick – Auf Walfang mit der Wunderlampe

In Herman Melville‘s Epochenroman Moby Dick begegnet die von Kapitän Ahab geführte Pequod im 81. Kapitel des Buchs einem Bremer Walfänger, der Jungfrau, einem Schiff unter dem Kommando eines Derick de Deer. „Einst führend im Walfang“, merkt Melville dazu an, „sind die Holländer und die Deutschen heutzutage stark ins Hintertreffen geraten, doch stößt man ganz vereinzelt auch jetzt noch hie und da im Stillen Ozean auf ihre Flaggen.“

Die Begegnung der beiden Schiffe folgt einer Dramaturgie, die den Bremern den Ort zuweist, der ihnen, aus der Sicht des Autors, augenscheinlich gebührt: Bittsteller selbst auf dieser entlegensten gerade noch denkbaren Position. Der Jungfrau fehlte auf ihrer Reise bis dahin so sehr jedes Können und Glück, dass Derick de Deer, dem sehr an einer geordneten Zusammenkunft liegt, in einer Schaluppe am Bug stehend und nicht etwa im Heck untergekommen, sich gezwungen sieht, um ein wenig Lampenöl bei den Fahrensleuten von der Pequod zu betteln. Unter Deck der Jungfrau, gibt er zu erkennen, auf dem Weg zu seiner Koje, breite sich bei Tag wie nächtens eine arge Finsternis aus. Lampenöl, auch Polaröl genannt, wurde zu der Zeit überwiegend aus dem Fettgewebe von Walen gewonnen. Der Walfang diente bis über die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinaus überwiegend der Brennstoffgewinnung.

Kaum ist der Bremer Kapitän mit dem niederländischen Namen an ein paar Tropfen Öl für sein Lämpchen gelangt, da zeigt sich tatsächlich ein Wal. Ein reichlich altes Biest, bei dem, was es ausbläst, eher dem Gedärm zu entsteigen scheint. „Das ist das erste Mal in meinem Leben“, kommentiert Stubb, der zweite Steuermann der Pequod, das Geschehen, „dass ein Gegenwind von achtern kommt.“ Derick de Deer freilich, der eben noch sein Schiff gegenüber Ahab als ledig ausgab, also ganz ohne Fang, lässt sogleich Ölkanne Ölkanne sein angesichts der Aussicht, sich wenigstens diese recht betagte Beute zu sichern. Wiewohl, weil auf der Suche nach dem weißen Wal, an dem altersschwachen Tier nicht sonderlich interessiert, werden Kapitän und Besatzung der Pequod dann doch, angesichts der Anstrengungen beim Rivalen, vom Ehrgeiz gepackt. „Gebt Fahrt“, so Starbuck, der erste Steuermann, „sonst kriegt ihn der Bremer.“

Die Jagd geht am Ende dann aus, wie sie angesichts der von Melville bis ins Detail beschriebenen Umstände nur ausgehen kann. Die ledige Jungfrau, wiewohl mit einem Vorsprung im Rennen, wird von den versierteren Amerikanern ins Hintertreffen geschickt. Starbuck und seine Mannen erlegen den kränkelnden Wal nicht unbedingt mit Bravour, und doch mit der wohl organisierten Heimtücke, die nun einmal zum Rüstzeug aller Walfänger zählt. Der erfolgreichen jedenfalls. Die Bremer hingegen geben klein bei und folgen dem Blasen eines Finnwals. Von der Mannschaft der Pequod werden sie dafür nicht einmal belächelt. Finnwale zu bejagen ist so ziemlich das Schwierigste in ihrem Geschäft, wegen der Schnelligkeit dieser durchweg im offenen Meer lebenden Tiere. Allerdings kommt auch der Pequod ihr altersschwacher Pottwal zuletzt noch abhanden. Mit seinem Gewicht hätte er, längsseits vertäut, das Schiff ums Haar zum Kentern gebracht.

Ob je ein Walfangschiff wie die Jungfrau von Bremen ausgehend bis in den Pazifik vordrang, lässt sich nicht mehr belegen. Von Melville wird das Fahrzeug auch nicht näher spezifiziert. Von seiner Bauweise her besehen, hätte es den in New Bedford auf Kiel gelegten Walfängern wenigstens ebenbürtig sein müssen. Tauglich vor allem für die Sturmfahrt um Kap Hoorn oder die ein wenig günstigere, zum Kap der Guten Hoffnung führende Route. Bremer Walfang allerdings ist nachweisbar für die Zeit seit 1653. In dem Jahr kam es zur Gründung einer Bremische(n) Grönland Compagnie, deren Schiffe vom 1622/1623 fertiggestellten künstlichen Hafen Vegesack aus operierten.

Wirtschaftlich wirklich erfolgreich waren die Bremer Reeder, die sich auf die Grönlandfahrt fokussierten, eigentlich nie. Weniger, weil es ihnen an notwendiger Antriebskraft mangelte, als vielmehr der widrigen politischen und territorialen Umstände wegen, die vom 17. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein für allerlei Verwerfungen sorgten. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts schien sich eine Blütezeit abzuzeichnen. 1830 stellte der Reeder Johann Lange den Antrag für den Betrieb einer Trankocherei. Der üblen Gerüche wegen, die ihr entstiegen, löste das Unternehmen im angrenzenden, Hannover zugehörigen Grohn wenig Begeisterung aus. 1843 wurde, als Nachfolgerin der Grönland Compagnie, die Vegesacker Actiengesellschaft zum Zwecke der Grönlandfischerei ins Leben gerufen. Vom Wirken der aus Vegesack benachbarten wie Dörfern wie Mittelsbüren, Lesumbrok oder Leuchtenburg stammenden Seeleute zeugen bis heute die aus Walkiefern geformten Eingangspforten der unterschiedlichsten Häuser.

Wegen Überfischung im Nordmeer hatte sich das Geschehen im Walfang mittlerweile in Richtung Antarktis verschoben. Europäische Schiffe, die sich dieser Fanggründe annahmen, kehrten häufig erst zwei bis drei Jahre nach ihrem Auslaufen zurück. Eine der für solche Fahrten unumgänglichen Zwischenstationen wurden die Hawaii-Inseln. Unwirtliche Reviere wie die Gewässer um den antarktischen, von Briten und Norwegern dominierten Archipel South Georgia gelangten ebenfalls zu zeitweiligem Ruhm. 1855 gab der Bremer Reeder Christian Heinrich Wätjen die Umrüstung von zweien seiner Schiffe bei Johann Lange in Auftrag. Ein Jahr zuvor hatten die Vereinigten Staaten von Amerika dem aus Halifax, Nova Scotia stammenden Arzt, Geologen und Chemiker Abraham Gesner die Patentrechte für ein von ihm Kerosin genanntes, auch als Petroleum ausgewiesenes Erdölprodukt zugesprochen. Mit seiner Verbreitung erübrigte sich der Walfang mit dem Ziel der Leuchtmittelgewinnung.

Die Vorzüge des Petroleums liegen vor allem darin, dass es bei seiner Verbrennung weniger Ruß absondert und landseitig aus Lagerstätten entnommen werden kann. 1859 gelang es dem Allrounder Edwin L. Drake in Titusville, Pennsylvania, mittels einer Bohrung in nur 21 Metern Tiefe ein ergiebiges Erdölvorkommen zu erschließen. Zu den Ironien, die dieser Geschichte eingeschrieben sind, gehört, dass in der von Herman Melville am Anfang von Moby Dick beschriebenen Walfängerstadt New Bedford die erste Petroleumraffinerie der Vereinigten Staaten entstand. Die Trankocher von Massachusetts, deren Zukunft im Ungewissen lag, verfügten über das nötige Know How bei der Herstellung von Öl.

Was nun Vegesack und die Bremer Walfänger angeht: Außer monumentalen Gartenpfoten, einem Bronzewal in der Fußgängerzone und der Nachbildung eines Walkiefers am Utkiek samt einer Walflosse am Fähranleger ist von den durchaus nicht nur glanzvollen Zeiten des bremischen Walfangs wenig geblieben. Kaum noch bekannt sein dürfte auch, dass die Segelschiffe des Reeders Christian Heinrich Wätjen als Flying W-Liner firmierten. Wegen der Reedereiflagge, weißes W auf blauem Feld, wenn auch ohne jeden nachweisbaren Bezug zu Melville’s Jungfrau und ihrem mit dem Ölkännchen wedelnden Kapitän. Was dessen wenigstens literarisch bezeugte niederländische Herkunft angeht: Zwei Namen immerhin sind überliefert, die beim Bau des späteren Walfängerhafens in Vegesack mitgewirkt haben: Dirik Janssen van Leerdam und Wilken Unkes van Vermessen. Überliefert ist auch, dass es bei ihrer Tätigkeit um mehr als um die Beschaffung von Lampenöl ginge.

Gerald Sammet

Schulschiff Deutschland

Schulschiff Deutschland – Ein wichtiges Stück maritimes Vegesack

 

Die SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND ist ein ganz wichtiger Teil der Maritimen Meile Vegesack und unbestritten die größte maritime Attraktion vor Ort.

Wir alle haben die Auseinandersetzung zwischen dem Schulschiffverein, dem Investor, den Behörden und der Politik in den Medien verfolgen können.

Vielleicht hilft das folgende Luftfoto Ihnen ja dabei, eine Meinung dazu zu entwickeln.

Zur Orientierung: links über dem Schiff ist das Schulschiffhaus mit Gastronomie.

Zur rechten Seite sieht man drei der Wohnhäuser „die vier Deichgrafen“, dahinter befindet sich der Teil des Einkaufszentrums, welcher auch heute noch aktiv ist.

Oben links ist die „Grohner Düne“ zu sehen.

Auf der Fläche hinter dem Schulschiffhaus ist das umstrittene 9geschossige Gebäude  geplant.

Thomas Rutka

REGINA

Wer erinnert sich noch? Unser erstes Schiff, der Schlepper REGINA am Haken des Schwimmkranes ATLETH, damals BLG.

Unser Gründungsmitglied Dieter Töller ermöglichte es uns damals (Ende der 80er), den Schlepper auf seinem Firmengelände am Hohentorshafen für seine neue Aufgabe als Denkmal herzurichten.

Thomas Rutka

 

Juni 2020

Vereinsleben in der Corona – Zeit

Liebe Mitglieder und Freunde unseres MTV Nautilus,

der Sommer steht vor der Tür, ein Sommer wie wir ihn wohl alle noch nicht erlebt haben. Ob Gastronomie, Ausflugsziele oder Schwimmbad. Alles ist durch die Corona-Regeln anders, vieles kompliziert und undurchsichtig. Wie sieht es denn konkret mit unserem Vereinsleben aus? Kontaktverbot besteht noch immer. Aber erste Treffen von Arbeitskreisen / Sparten sind unter Einhaltung des Mindestabstands und eines Hygieneplans wieder möglich. Vorstandssitzungen finden wieder statt. Crews und Jugendliche treffen sich wieder. Der Sitzungsraum im NAUTILUSHAUS lässt sich nach dem Hygieneplan mit bis zu 10 Personen nutzen. Im Freien dürfen es auch mehr sein. Auf gesellige Treffen, welche uns immer ausgemacht haben, müssen wir leider noch warten. Unsere Mitgliederversammlung werden wir hoffentlich im Herbst nachholen können. Wir arbeiten derzeit mit einem Notar an verschiedenen Wegen. Uns ist es dabei wichtig, möglichst vielen Mitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen. Wir möchten aber auch verantwortungsbewusst damit umgehen, da ein recht großer Teil großer Teil der unserer Mitglieder zur Risikogruppe gehört. Wenn weitere Lockerungen Einfluss auf unser Vereinsleben haben, werde ich es gerne hier verkünden. Ich wünsche Ihnen trotz vieler Einschränkungen eine schöne Sommerzeit, machen Sie das Beste daraus.

Thomas Rutka

(Vorsitzender)