Die Jugendgruppe des Vereins besteht schon seit der Gründung. Zur Zeit gibt es zwei Gruppen. Eine trifft sich jeden Donnerstag um 17 Uhr im Nautilushaus zu verschiedenen Aktivitäten, die aktiven Segler besetzen den Jugendkutter Vegefeuer und segeln damit auf Regatten oder kleinen Törns. Auf dieser Seite berichtet die Jugendgruppe selber.


Gleich drei Boote unter der Vereinsflagge auf Regattakurs

Info MTV-Nautilus   -   7. September 2016

(abk) Inzwischen ist es schon Tradition, dass Mitglieder unserer Jugendgruppe nicht nur mit der VEGEFEUER, sondern zusätzlich noch mit anderen Booten an der Weser-Herbst-Wettfahrt der Yachthafengemeinschaft Grohn teilnehmen. So auch bei der 47. Wettfahrt im Jahre 2016.

Einen Bericht haben uns dieses Mal Jana und Leif geschrieben, die mit dem 470er HADDAK unterwegs waren. Sie haben einen zweiten Platz auf der Talfahrt bei mehr als drei Stunden Reisezeit und einen ersten Platz auf der Bergfahrt mit knapp 2,5 Stunden ersegelt.

Ein weiteres Jahr Weser- Herbst– Regatta. Wir waren gespannt und voller Vorfreude, was uns nach dem erfolgreichen und sehr windigem letzten Jahr erwartete. Auch in diesem Jahr gingen wir wieder mit drei Booten an den Start. Marco, Jan und Nils segelten die VEGEFEUER, Antonio und Pascal waren auf der OLA unterwegs – Leif und Jana „bequemten“ sich auf dem 470er HADDAK.

Nach einer sehr kurzen Nacht ist für das 470 Team ab 0320 nicht mehr an Schlaf zu denken, die ersten segelmotivierten Menschen stolpern 'direkt' durch unser Zelt in Richtung Frühstück. Also hoch aus den Federn, den Schlafplatz zusammenpacken und mit der Zahnbürste bewaffnet auf zum Frühstück. Kurze Zeit später treffen wir auf die VEGEFEUER-Crew, die im DLRG- Haus übernachtet hatten. Während die Crew der VEGEFEUER hilft;  die OLA mit Antonio und Pascal zu slippen, werfen wir uns in Schale (Neopren), um kurze Zeit später im Schlepp des Jugendwanderkutters zur Startlinie aufzubrechen.

So früh am Morgen sollte es normalerweise still und besinnlich sein… Nicht wenn man mit uns unterwegs ist! Und so schmettern wir schief, aber fast textsicher die ersten Seemannslieder in den Sonnenaufgang.

An der Startlinie angekommen; ist es immernoch fast windstill, so dass wir erst in ausreichender Entfernung zur Startlinie unsere Leinen nehmen und auf eigenem Rumpf fahren. Durch den leider etwas zu großen „Sicherheitsabstand“ zur Startlinie verschenken wir   eine halbe Minute – ärgerlich, denn später stellt sich heraus das die VEGEFEUER nur 22 Sekunden vor uns liegt und das ließ uns keiner der VEGEFEUER-Crew vergessen.

Zwischendurch kommt auf unserem kleinen Boot fast eine Großseglerstimmung auf: Während wir abwarten, ob die ersten hochgezogenen Spinnaker der Konkurrenz stehen, hört man Leifs leicht ironisches Kommando:“an das Fall, an die Schot, klar bei Niederholer und Toppnant!“ Mehrmals schlagen wir den Spibaum wieder ab, da der Wind noch zu spitz einfällt,  erst nach einer leichten Flussbiegung können wir das Segel setzen.
Dazu muss man sagen, dass der Spinnaker von seinem Wesen bei Leichtwind ein gemeines  und heimtückisches Segel ist. Während er am eigenen Boot grundsätzlich nie steht und immer einfällt, steht er bei den anderen immer. Zumindest dann immer, wenn man darauf achtet.

Nach der Überquerung der Ziellinie frischt der Wind auf – wann auch sonst… – also fetzen  wir noch ein bisschen hinter der Ziellinie und warten auf unsere beiden Teams. Nachdem wir segelnd an die VEGEFEUER anlegen, fahren wir in Richtung Schleuse; dann muss auch die VEGEFEUER den Motor anwerfen.
Nach der Schleuse heißt es für uns wieder Segel setzen, um auch die letzten Meter bei wunderschönem Wetter zu segeln.
Antonio und Pascal kommen eine Schleuse später, nachdem die Tore vor seiner Nase zugegangen sind. Die beiden ersegeln den dritten von zwölf Plätzen in der GFK- Klassiker Wertung – also von Schiffen deren Konstruktion älter als 30 Jahre ist. Im Hafen angekommen tauschen wir uns mit den Anderen über das Rennen aus.Nils und Jana verabschiedeten sich dann, bis zum späten Abend, für eine Familienfeier in Bremen. Als sie zurückkehren liegen schon alle von unseren Crews erschöpft in ihren Schlafsäcken.

Bei dem Frühstück wird noch einmal resümiert. Spätestens jetzt steht unser Tagesziel in Stein gemeißelt: mindestens 22 Sekunden auf die VEGEFEUER aufholen! Mit dem Spinnaker geht es um 0915 wieder in Richtung Schleuse: „Das heißt Kreuzen auf dem Rückweg!“ ärgert sich Jan über den für den Kutter ungünstigen Kurs.
Da die Tide nicht pünktlich wechselt, gibt es eine Stunde Startverschiebung. Nicht weiter schlimm, denn über Nacht hatte der Wind auf kräftige 20 Knoten im Mittel aufgedreht. Nach einer Stunde entspanntem „glitschen“ geht das Startgewusel wieder los. Aufgrund des Wetters sind die Schallsignale kaum zu hören und wir sehen viel zu spät unsere Startflagge sinken: So starten wir zwar noch zeitig genug, aber auf der Leeseite und verschenken wieder wertvolle Zeit.

Auch nach dem Start bleibt es lange Zeit sehr voll. Ein zu spät geänderter Kurs eines Dickschiffes zwingt uns zum Wenden im letzten Moment und wir kentern. Die leichte Kollision hinterlässt, bis auf eine Lenzklappe am Spiegel, keine Schäden, auf Protestieren verzichten wir. Nach zügigem Wiederaufrichten kämpfen wir uns die restlichen zwei Stunden gegen den Wind zur Ziellinie. Den Weg zum Grohner Hafen legen wir entspannt zurück. Der Wind ist inzwischen fast eingeschlafen. Jana liegt zeitweise auf dem Vordeck, denn bei zu geringer Geschwindigkeit läuft das Boot, über die fehlenden Lenzklappe, voll. Von einem benachbarten Boot hörten wir anerkennend, dass wir einen respektablen Gewichtstrimm vornähmen, da der Spiegel nun vollständig aus dem Wasser kam. Erst beim Manövrieren im  Hafen wird das Boot dann doch zur Badewanne und wir ziehen die HADDAK glücklich nach einem wunderbaren und abwechslungsreichen Regattawochenende aus dem Wasser.
An dieser Stelle dürfen wir natürlich nicht vergessen: Wir waren knappe zwei Minuten schneller.


Vier Tage Nordsee

©MTV-Nautilus
©MTV-Nautilus
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Info MTV-Nautilus   -   02.11.2015

Die Jugendgruppe war wieder unterwegs. Cara Stromeyer berichtet:

Unter vollen Segeln und bepackt mit vierzehn Jugendlichen des Vereins Maritime Tradition Vegesack Nautilus e.V. (MTV Nautilus)  schipperte der 120 Jahre alte Heringslogger BV2 VEGESACK vom 17. bis zum 21. Oktober 2015 von Vegesack nach Helgoland und zurück. Uns waren vier erlebnisreiche Tage und Nächte mit Skipper André, Steuermann Arnd und Anwärter Leif, Maschinist Uli und Anwärter Uwe, unserer geliebten Kerstin und einem Haufen motivierter junger Segler vergönnt. So füllten wir Samstagabend gegen 19 Uhr das schöne Schiff und machten uns – natürlich nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung – auf den Weg durch die Nacht nach Bremerhaven, wo wir einige kalte Stunden später den Anleger der Geestemündung erreichten.

Dort riss uns der Wecker am nächsten Morgen schon um 5 Uhr zum Ablegen aus den Kojen. "Alle Mann an Deck!" Halb verschlafen und doch voller Vorfreude wurden im Morgengrauen Leinen los geschmissen und mit vereinten Kräften endlich alle Segel gesetzt. Bei gemütlichen Windverhältnissen segelten wir gen Norden, mit Kurs auf Helgoland am Leuchtturm Roter Sand vorbei. Dank unserem eingeführten Dreiwachsystem hatten wir sogar die Möglichkeit zwischendurch noch ein bisschen Schlaf nachzuholen, bevor die kleine Insel gegen Nachmittag in Sicht kam. So machten wir uns schließlich daran,  zwischen Hauptinsel und Düne alle Segel zu bergen.

Leinen über, Leinen fest – schon lagen wir sicher im Hafen. Für das Essen hatte unser Skipper etwas Besonderes geplant: Andrés Steinofen Pizzen schmückten diesen Abend im Hafen aus. Nur kann man sich vorstellen, dass Pizza backen eine ziemlich lang andauernde Veranstaltung ist, wenn man 14 hungrige Segler sättigen soll und nur eine Pizza zur Zeit auf den Pizzastein passt. So wurde es ein langer, aber wirklich schöner Abend an Bord, bevor wir uns gesättigt zur Besichtigung der Insel aufmachten. Unpraktischerweise war die Sonne zu der Zeit schon unter gegangen. Doch im Dunkeln die Insel zu umrunden ist, wie wir feststellen durften, auch ohne viel zu sehen sehr erlebnisreich. Ich hätte mir niemals vorstellen können wie winzig klein es dort tatsächlich es – es verging nicht viel Zeit bevor wir wieder an Bord in unseren Kojen lagen.

Am nächsten Morgen standen wir luxuriöser Weise erst um 8 Uhr auf, hatten noch genug Zeit einen Einkaufsbummel auf der Insel zu erledigen und legten dann gemütlich am späten Vormittag ab. Wieder setzten wir selbstverständlich alles, was wir an Segeln hatten und drehten den Bug Richtung Süden. Schade nur, dass die Insel nicht aus unserem Sichtfeld verschwinden wollte – der Wind spielte nicht mit. So dümpelten wir in strahlendem Sonnenschein auf klarem Wasser vor uns hin. Doch auch so einen Tag wussten wir gut zu nutzen: Die Gelegenheit schien uns günstig das Dinghi ins Wasser zu lassen, nacheinander um das Schiff herum zu jagen und zu versuchen, die BV2 aus dem schönst möglichen Winkel zu treffen – wobei wirklich erstaunlich schöne Fotos entstanden sind. Doch nicht nur schöne Fotos der BV2, sondern auch von unserer lebensmüden Crew, die es bei nicht mal 14 Grad Außentemperatur wagte, vom Klüverbaum mehrmals in die eiskalte Nordsee zu springen.

Da wir zu diesem Zeitpunkt ohnehin absolut keine Fahrt machen konnten, wollten wir uns nun auch noch den Anker vornehmen. Ankern unter Segeln, das soll uns erst mal einer nachmachen! Nur klappte das Anker lassen nicht wirklich reibungslos, der Anker hing fest und wollte nicht frei ins Wasser laufen. So kamen wir schließlich zu kostenlosem Krafttraining – gemeinsam drehten wir den Anker per Hand auf den Meeresgrund und teilweise wieder herauf, und ölten die Mechanik bis alles wieder reibungslos laufen konnte.

Da sich der Abend langsam näherte und der Wind noch immer nicht auffrischen wollte, beschlossen wir den Anker über Nacht unten zu lassen. So konnten wir uns voll und ganz auf ein atemberaubendes Abendessen freuen: Braten mit Klößen und Kohl von unserem Sternekoch, zum Nachtisch selbstgebackener Blätterteigkuchen von Leif. Ich habe wirklich noch nie so gut gegessen, schon gar nicht an Bord eines Schiffes. Kulinarisch wurden wir den ganzen Törn über wirklich verwöhnt.

Der Abend wurde später von Uwes Gitarrenbegleitung und vielen gemeinsamen Liedern gekrönt, während einer nach dem anderen oben Ankerwache schob. So verbrachten wir eine friedliche Nacht, bis wir morgens nach dem Frühstück den Anker bargen und versuchten, weiter zu segeln. Den Tag über warteten wir wieder einmal vergeblich auf die angesagten 4 bis 5 Windstärken, die leider ausblieben. Trotzdem konnte unser Skipper einen großen Erfolg feiern: Nachdem nun schon einen Tag und eine Nacht hindurch seine Angeln im Wasser hingen, konnte der große Angler endlich einen wirklichen Fisch aus dem Wasser ziehen! Doch dieser konnte nicht zu lange gefeiert werden: Er übergab die Angel an Mareke, die gleich bei ihrem ersten Angelversuch einen mindestens doppelt so großen an der Leine hatte! Lachend genossen wir so weiterhin den sonnigen Tag an Deck, in der Hoffnung, dass der Wind nachts tatsächlich auffrischen würde.

Doch auch dieses Mal war der Wind nicht ganz auf unserer Seite. So schossen wir mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit von nicht mal einem Knoten bei umlaufendem Wind durch die Nacht Richtung Bremerhaven. Leider mussten wir in dieser Nacht trotz aller guten Vorsätze doch den Motor anschmeißen, um morgens rechtzeitig im Neuen Hafen anzukommen. Hier packten wir bei Sonnenaufgang die Segel neu und verbrachten ein paar gemütliche Stunden zusammen. Danach mussten wir uns von unserer Mitseglerin Alessa verabschieden, die zum Bahnhof in Bremerhaven begleitet wurde, bevor wir mit der Tide wieder ablegten.

Auf der Rückfahrt nach Bremen wurde das Schiff auf Vordermann gebracht – besonders lohnenswert war dabei wahrscheinlich das Deck schrubben. Die größte Leistung erbrachten allerdings Leif, Lennart und David, die sich 2 Stunden in den Klüver hingen und die Segel zur Begeisterung des Skippers so schön packten, wie sie noch nie gesehen wurden. So kamen wir schließlich abends erschöpft und glücklich mit einem wunderschönen Schiff in Vegesack an. Vielen Dank an euch alle für die erlebnisreichen Tage auf See! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Die folgenden Fotos stellte uns freundlicherweise Kerstin Eckardt zur Verfügung, das Video hat Uwe Hilscher gemacht und auch er hat es uns zur Verfügung gestellt.


Weser-Herbst-Regatta: VEGEFEUER siegt !

Info MTV   -   10.09.2015

Am 5. September 2015 führte Skipper Marco Großbernd den Kutter "Vegefeuer" sicher zum Sieg der Yardstickgruppe 5 der diesjährigen Weser-Herbst-Regatta - und dies trotz stürmischer Wetterverhältnisse. Hierzu traf sich die Crew (Jan Oehlmann, Nils Schöbel, Lena Steinhausen und Cara Stromeyer) bereits am Freitag Nachmittag mit Marco zur Vorbereitung. Nach einer kurzen Segelrunde wurde mit vereinten Kräften alles, was sich an unnötigem Gewicht noch an Bord befand, im Nautilus Haus in Vegesack verstaut. Dort fand an dem Tag auch ein Grillabend statt - vielen Dank an alle Beteiligten, wir haben uns sehr gefreut dabei sein zu dürfen!

Lange konnten wir leider nicht bleiben, da wir um 20:00 Uhr bereits in Grohn zur Steuermannsbesprechung anlegen mussten. Dort warteten schon 97 weitere teilnehmende Boote auf uns. Doch vor allem die Wettervorhersage verstärkte die Vorfreude auf den nächsten Tag: uns erwarteten 6 Windstärken! Da auch der Regen nicht ausblieb, waren wir sehr froh, die Nacht in den warmen und trockenen Betten der DLRG Station zu verbringen, vielen Dank an die DLRG für das Angebot und den gemütlichen Abend dort!

Die ruhige Nacht war dringend nötig - um 5 Uhr morgens klingelte bereits der Wecker zum Auftakt eines anstrengenden und aufregenden Regatta-Tages. Nach dem Frühstück in Grohn machten sich die Teilnehmer in einer langen Reihe auf den Weg zur Startlinie weserabwärts. Der Start wurde jedoch auf 9:00 Uhr verschoben - so wurden unsere Nerven eine halbe Stunde länger als erwartet angespannt. Zum zweiten Start, um 9:05, schallte dann endlich unser Signal. Mit vollen Segeln schossen wir keine 15 Sekunden nach dem Horn am Startschiff vorbei und begannen unsere Fahrt. Etwas schwerer fiel es unsern Nautilus Mitgliedern Lennart Schmidt und Pascal Grafe, die auf dem kleinen Stortriss "Olá" unterwegs waren. Sie konnten das ihnen noch unbekannte Boot zu Anfang in Böen schwer einschätzen, stürzten sich aber trotzdem mutig ins Geschehen, um die verlorene Zeit aufzuholen. Die Wettervorhersage hatte nicht zu viel versprochen: Vor allem in starken Böen lag auch die VEGEFEUER mit beachtlicher Schräglage im Wasser. Dies fiel sogar anderen Reportern auf: "Die Fahrt der "Vegefeuer" vom MTV Nautilus ist eine eigene, abendfüllende Geschichte. Mehrmals sah es so aus, als würden die Böen das offene Boot über Kopf gehen lassen." (Volker Kölling, Die Norddeutsche 08.09.15)

Dank dem Gewicht der Crew konnte ein "über Kopf gehen" selbstverständlich verhindert werden, zu dritt konnten wir die Kraft des Windes gut ausgleichen. Ganz trocken blieben wir allerdings nicht - und dies lag nicht nur an dem Regen, der uns eine Weile begleitete - auch mit den Wellen hatten wir zu kämpfen. Doch die Windrichtung stand für uns perfekt - so glitten wir ohne auch nur eine einzige Wende fahren zu müssen nach 2:27:57 Stunden (berechnete Zeit: 02:04:20) in Bremerhaven am Zielschiff vorbei.

Mit den Auswirkungen des Wetters wurden wir jedoch vor allem hinter der Ziellinie konfrontiert: Durch Wind und Strömung stand eine beträchtliche Welle vor der Hafeneinfahrt. Dort waren bereits viele Jollen gekentert, darunter auch „Haddak“, gesegelt von MTV Mitglied Leif Ampts und Jana Schöbel. Kurzerhand hielt die VEGEFEUER den Bug des 470ers in den Wind, während Nils half, das Groß zu bergen und das Boot wieder aufzurichten. Leif und Jana wiederum belegten nach schleppender Fahrt bis Brake und einer rasanten Gleitfahrt bis zum Ziel erfolgreich einen zweiten Platz!

Vom Rettungsmanöver erschöpft im Fischereihafen angekommen wurden wir acht nun auch in die Regatta-Geschichte der "Olá" eingeweiht, die den vierten Platz belegte: Obwohl unter Segeln alles ruhig verlief, bereitete der Motor ihnen Schwierigkeiten. Auf dem Weg zur Startlinie fiel er mehrmals aus, auch nach der Ziellinie lief er nicht so richtig. Doch letztendlich erreichte auch "Olá" den Anleger auf „eigenem Rumpf“.

Dort stand nach einigen Stunden die Siegerehrung bevor, bei der sich herausstellte, dass unsere gesegelte Zeit tatsächlich zum Sieg geführt hatte. Nach einem 7-3-1 Jubel auf die VEGEFEUER ging der Abend nun zu Grillen im Regen und Live-Musik in der Segelhalle über, bevor wir abends schließlich müde und erschöpft in unsere Schlafsäcke krochen. Dank der Veranstalter war uns auch heute Nacht ein trockener Schlafplatz im Schulungsraum des Vereins gegönnt.

Halbwegs ausgeruht erfuhren wir so am nächsten Morgen, dass der zweite Regattatag wegen starken Windes abgesagt werden sollte. Durch in Böen bis zu 9 gemessenen Windstärken schien es zu riskant die Regatta weiter zu führen. Doch die VEGEFEUER, "Olá" und "Haddak" beschlossen dennoch gegen 14 Uhr Kurs auf Bremen zu nehmen. Aufgrund des Windes nahm unser Skipper allerdings an diesem Tag noch mehr Crew an Bord, Friederike Meyer verstärkte uns gegen Mittag auf der VEGEFEUER.

Als wir jedoch schließlich gemeinsam die Hafenausfahrt erreichten, mussten wir feststellen, dass die Absage der Regatta tatsächlich keine schlechte Entscheidung gewesen war: Wind und Wellen waren nicht zu unterschätzen. Wir setzten zunächst nur die Fock, mit der wir den starken Böen und Wellen kontrolliert entkommen konnten. Später kamen auch der gereffte Besan und schließlich das Großsegel dazu, im Laufe des Tages konnten wir die Reffs aus beiden Segeln sogar entfernen. Ähnlich ging es auch dem 470er, der nur mit Fock in Gleitfahrt in Bremerhaven begann. Ab Brake setzten Leif und Jana dann ebenfalls das Großsegel. Je weiter wir uns Bremen näherten und je später es wurde desto mehr schlief der Wind langsam ein, wodurch wir letztendlich doch gegen Abend nach etwa 3 Stunden Fahrt unter vollen Segeln Vegesack erreichten.

Nachdem alles verstaut und die Boote auf Vordermann gebracht worden waren, begaben wir zehn uns schließlich auch auf den Heimweg. In Erinnerung an ein stürmisches, abenteuerliches und erfolgreiches Wochenende.

Anmerkung der Redaktion: Verständlicherweise konnten unsere tapferen SeglerInnen keine Fotos machen. Eine Auswahl auch mit schönen Fotos von der VEGEFEUER findet man hier:  http://www.volker-koelling.de/seiten/foto3.html


Vegefeuer auf Wangerooge

Info MTV  -  12.07.2015

Junge Leute sind hart im Nehmen - und sie halten was aus. Das haben Cara, Leif, Marco und Pascal am letzten Wochenende bewiesen, als sie sich kurz entschlossen, aber durchaus gut vorbereitet mit der Vegefeuer auf den Weg nach Wangerooge machten. Eigentlich sollte es ja Spiekeroog sein - aaaaber..... Hier der Bericht von Cara Stromeyer:

In 1,5 Tagen von Lemwerder nach Wangerooge und zurück?! Das gelang Leif, Marco, Pascal und Cara Anfang Juli mit dem Kutter Vegefeuer - obwohl sie sich eigentlich erhofft hatten, bis nach Spiekeroog vorzudringen.  

Die Tour war erstaunlicherweise zwar sehr spontan, aber doch vollständig durchgeplant. So traf man sich schon am Donnerstag, den 2. Juli, in Lemwerder zur Vorbereitung. Der Kutter wurde auf Vordermann gebracht, aufgeräumt und mit Verpflegung und Ähnlichem ausge-stattet, bevor die Weser überquert wurde, um noch einmal im Nautilushaus bei dem Stammcrewtreffen der BV2 vorbei zu schauen. Nach ein paar netten Gesprächen ging es jedoch voll Vorfreude auf den nächsten Tag wieder nach Hause.  

Am Freitag, 3. Juli, legten wir gegen 15:00 Uhr bei Hochwasser dann endlich in Lemwerder ab. Von der Sommersonne gebraten ging es nun erst mal Weser abwärts mit der Strömung nach Bremerhaven. Bis dorthin verlief alles reibungslos, und so konnten wir uns in Ruhe sonnen und kalte Getränke genießen. Sogar der Wind spielte gut genug mit, dass zwischenzeitlich die Segel gesetzt werden konnten.  

Nachdem wir Bremerhaven hinter uns ließen, machten wir uns nun also auf die Suche nach dem Hohen Weg, der uns zu den Inseln führen sollte. Diesen zu finden klappte noch ohne Probleme, nur leider waren die Pricken anscheinend nicht ganz an den tiefsten Stellen angebracht. So musste der Kutter etwas früher als erhofft trocken fallen, während wir feststellen mussten, dass ein paar Meter von den Pricken entfernt ein wesentlich tieferer Priel verlief. Ärgerlich, doch so konnten wir erst einmal das Watt genießen.

Nach leicht missglückten Angelversuchen und einem ausgiebigen Spaziergang durch das doch ziemlich matschige Nass begannen wir dann auch schon den Versuch, eine warme Mahlzeit zu produzieren. Zwar dauerten die Nudeln etwas länger als gedacht (Deckel für Töpfe zu haben ist wohl doch ganz sinnvoll), schmeckten dafür jedoch umso besser.

Im Dunkeln lief dann endlich genug Wasser unter den Kiel, dass die Fahrt weiter gehen konnte. Mit großen Taschenlampen tasteten wir uns an den mit Reflektoren bestückten Pricken entlang, bis wir nach mehreren Stunden wieder ins Fahrwasser gelangten. Hier konnten wir bei Sonnenaufgang und eindeutig guter Laune auch endlich wieder die Segel setzen.

Doch erst gegen 6 Uhr morgens am Samstag, dem 4. Juli, erreichten wir die Insel Wangerooge. Geplant war eigentlich, bis zum Hafen vorzudringen, doch das Wasser war schon so weit abgelaufen, dass wir umdrehen mussten,  um in Wangerooge Ost trocken zu fallen. Hier mussten wir auch feststellen, dass der Plan, an einem Wochenende bis nach Spiekeroog zu kommen, mit dem Kutter wohl doch etwas unrealistisch war.

So beschlossen wir kurzerhand, bei wiederkehrendem Wasser wieder Kurs auf Bremerhaven zu nehmen. Da die Müdigkeit merkwürdigerweise noch nicht zu spüren war, erkundeten wir die Dünen der Insel auf unterschiedlichste Weisen und versanken später allesamt knietief im Schlick des Watts. Zwei Stunden Schlaf gönnten wir uns dann allerdings doch noch, bevor wir bei genügend Wassertiefe die Fahrt fortsetzten.

Als es mittags also wieder los ging, wäre es uns zwar möglich gewesen, direkt bis nach Bremerhaven zu fahren, jedoch beschlossen wir im Hohen Weg noch einmal zu ankern und erst bei auflaufendem Wasser die Strömung zu nutzen, um ans Festland zu kommen. Der Tag war noch heißer als der letzte, und so waren wir froh, dass wir uns an Leinen ins Wasser hängen, uns an (leider eher lauwarmen) Getränken erfrischen, und ansatzweise sogar im Wasser "duschen" konnten.

Als wir ein paar Stunden später entspannt in der Sonne lagen, wurden wir jedoch von einem plötzlichen Wetterumschwung überrascht, der uns dazu verleitete,  schließlich doch die Anker zu bergen und bis nach Bremerhaven weiter zu fahren. Glücklicherweise kam der Wind nicht vollkommen aus der falschen Richtung, und so gelang es uns, zwar komplett durchnässt, aber doch sicher im Hafen der Geestemündung anzukommen. Hier konnten wir den Steg nutzen, um unsere Sachen zumindest teilweise wieder zu trocknen, bevor wir abends nach unserem zweistündigen Aufenthalt unter verwirrten Blicken der anderen Wassersportler beschlossen, den Hafen wieder zu verlassen.

Es sollte doch möglich sein, vor dem nächsten Morgen noch in Lemwerder anzukommen? Tatsächlich konnten wir ruhig die Nacht durch die Weser entlang fahren, die außer ein paar wenigen Tankern komplett ausgestorben schien, und gegen 4 Uhr morgens am Sonntag, dem 5. Juli, in Lemwerder fest machen.

Hier kamen wir endlich doch noch zu ein paar Stunden Schlaf. Später am  Morgen nahmen wir uns noch vor, die Vegefeuer bis zum Wieltsee in Dreye zu bringen. Wir nutzen den Weg dahin zum aufräumen und putzen - tatsächlich sieht der Kutter nun deutlich besser aus als vorher - bis wir nachmittags den See erreichten.

In den letzten 2,5 Tagen hatten wir so viel erlebt, dass es sich anfühlte als seien wir eine Woche unterwegs gewesen. Und so fielen wir an dem Abend zwar todmüde, aber doch glücklich zu Hause ins Bett.

Im Watt bei Wangerooge
Der heißeste Tag des Jahres
Einfach nur schön
Trockenfallen
Abendstimmung
Gruppenbild mit Dame